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Ben Elton

Popcorn

(Manhattan)

Der Kultregisseur Bruce Delamitri steht am Ziel seiner kühnsten Träume. Soeben wurde er in den Olymp der Hollywoodgötter aufgenommen. Für seinen neusten Kinoerfolg, eine Mischung aus Natural Born Killers und Pulp Fiction, bekam er den Oskar. Er leistet sich zwar den Luxus, die Auszeichnung als lächerlich zu bewerten, aber sie war in seinen Augen schon längst überfällig.

Den Angriffen auf seine Filme als gewaltverherrlichend und gewaltfördernd begegnet er mit der Arroganz des intellektuell Überlegenen. Seiner Meinung nach stellt er schon vorhandene Realität dar, außerdem hätten seine Filme selbstverständlich keinerlei negativen Einfluß auf irgendjemanden.

Dummerweise treibt sich auf den Straßen ein Killerpärchen herum. Von den Medien sinnigerweise die Mall-Killer genannt. Wayne und Scout morden mehr oder weniger sinnlos durch die Gegend und gehen dabei mit äußerster Brutalität und Kaltblütigkeit vor (Natural Born Killers läßt grüßen!). Nach der Fernsehübertragung eines Interviews mit Delamitri kommt Wayne eine brilliante Idee zu ihrer Rettung. Dazu müssen sie dem Regisseur aber einen Hausbesuch abstatten...

Popcorn ist eine bitterböse Geschichte über die allzu menschliche Eigenschaft die Verantwortung für eigene Handlungen auf andere abzuschieben. Gottseidank ohne moralischen Zeigefinger, sondern mit sehr viel Sarkasmus und Ironie geschrieben. Nebenbei rechnet Ben Elton mit den Medien und den Hollywoodgöttern ab. Dieses Buch lege ich jedem wärmstens ans Herz, der schwarzen Humor für die einzig wahre Art der Unterhaltung hält. Allen anderen natürlich auch.

Ben Elton
Popcorn
Goldmann 20,00 Deutschmark
ISBN 3-442-54018-6

Cover Ben Elton-Popcorn