10 Inselbücher Zur Startseite

Dieter Paul Rudolphs Bücher für die einsame Insel

1. Vladimir Nabokov, "Lolita"

Hat da einer "Schweinkram" gesagt? Wenn ja, Antwort: Lies erst mal! Nämlich den größten Roman des 20. Jahrhunderts und wahrscheinlich aller vorhergegangenen auch. Wer dann immer noch "Schweinkram" ruft, dem ist nicht mehr zu helfen. Und wer "grandios!" schreit, dem schon gleich gar nicht mehr. Denn der ist Lolita rettungslos verfallen.

2. Arno Schmidt, "Das Steinerne Herz"

56er Werk des großen, merkwürdigen Dichters aus Bargfeld/Krs. Celle, noch in Darmstadt geschrieben. Zugegeben: Schmidt ist nicht jedermanns/jederfraus Sache, aber lasst euch nicht abschrecken und schon gleich gar nicht von gewissen "Kennern" ins Bockshorn jagen, die euch einreden wollen, man verstehe von Schmidt nur 10 Prozent, wenn man nicht "die Ergebnisse der Schmidtforschung" zur Kenntnis nehme.

3. Jean Paul, "Siebenkäs"

Der größte Prosaschriftsteller deutscher Zunge in seinem zugänglichsten Roman: Viel Humor, überraschend viel Realismus und, wie gehabt, schwindelerregende, wunderschöne Sätze und Metaphern und Vergleiche und und und....

4. Karl Philipp Moritz, "Anton Reiser"

Das ist der Roman, von dessen Titelgestalt Herr Rio Reiser sich den Nachnamen ausgeborgt hat. Und er weiß auch, warum. Es gibt nur einen erstzunehmenden psychologischen deutschen Roman: hier ist er!

5. Laurence Sterne, "Tristram Shandy"

Noch so ein Ding aus dem 18. Jahrhundert. Wahrscheinlich der witzigste jemals geschrieben worden seiende Roman, in dem eigentlich nichts passiert, aber alles passieren könnte.

6. Lewis Carroll, "Alice in Wonderland"

Des Jungmädchenfreundes Lewis Carroll Werke sind stets doppelt zu lesen: Einmal als wunderschöne Kinderbücher, dann als Fundgrube für sexuelle Anspielungen aller Art.

7. Wolfgang Borchert, "Draußen vor der Tür"

Muss mit auf die Insel. Das erste Buch, das mich erschüttert hat. Literarisch nicht erste Wahl, aber was mich erschüttert, muss schon gut sein.

8. Encyclopedia Britannica

Man will sich ja auch weiterbilden auf so einer einsamen Insel, gelt? Und die EB ist da noch immer die solideste Grundlage. Aber bitte keine neuere Ausgabe! Da lassen sie nämlich schwer nach, die Damen und Herren Schreiber. Eher so was aus den 20er Jahren, please.

9. Dashiel Hammett, "Rote Ernte"

Nicht mein Lieblingskriminalroman, aber immer noch der, mit dem man am leichtesten nachweisen könnte, dass ein Krimi jedem "ernsthaften Roman" meilenweit überlegen sein kann. Eigentlich wird in "Rote Ernte" nur abgemurkst - und am Ende hast du das Psychogramm einer ganzen Gesellschaft vor dir ausgebreitet.

10. Albrecht Darimont / Dieter Paul Rudolph, "Der Multimediaentwickler"

MUSS ich einfach mitnehmen, falls es mich vor dem 25. April 2001 (da erscheints nämlich erst zum Preis von nur 69,90 DM bei Addison-Wesley) auf die Insel verschlägt. Weil ich mir nämlich schon überlegen muss, was man in die 2. Auflage noch zusätzlich reinpacken könnte.

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