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KollektiveZukunftsbewältigungMartin Frei: Gregor Ka im 21. Jahrhundert |
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Ein wiedervereinigtes Deutschland hätte auch anders aussehen können. Wirtschaftskonzerne hätten die Macht übernehmen könnenund ein Schattenkabinett hätte den demokratischen Schein nach außenhin gewahrt. Für Zucht und Ordnung hätte eine Volkspolizei gesorgt und statt einer innerdeutschen Mauer wären die Grenzen zum Ausland dichtgemacht worden. Ein solches Szenario hat Martin Frei entworfen und - wen überraschts - in der (zu) nahen Zukunft, im Jahr 2005 angesiedelt.
Die Vorgeschichte beginnt jedoch bereits nächstes Jahr, im Herbst 1998: "Die wirtschaftliche Krise erschüttert die Bundesrepublik in ihren Grundfesten. Die Urenkel des braunen Diktators verstehen es, aus der Verunsicherung der Bevölkerung Kapital zu schlagen. Das Land steht vordem Abgrund. Schließlich bringen "Die Zehn" weltweit wichtigsten Wirtschaftskonzerne Rettung. Eine Woche vor der Wahl übernehmen sie unter Androhung von Zwang die Regierungsgeschäfte." Martin Frei, Jahrgang 1964, schöpft aus der kollektiv erlebtenVergangenheit des Dritten Reichs und der DDR. Beides verwebt er mit den Elementen des Spionagethrillers und Cyber-SF. Obendrein fließen noch ein paar plakative Kafka Motive ein. Hört sich ganz nach einer kruden Mischung an. Stimmt; und wer gerne Kafka liest sollte beim Originalbleiben. Außer einem platten Kafkadekor wird nichts geboten. Auch die Kritik an totalitären Regimen kommt eher müde daher, aber, und das ist wohl der entscheidende Punkt: Will "Gregor Ka" diese Vorstellungen überhaupt bedienen? Wer sich für Thriller interessiert ist mit Gregor Kas Abenteuern gut bedient. Da gibt es keine Durchhänger,der Plot ist stimmig, mit Action und Erotik durchsetzt und Freis Zeichenstil tut ein übriges, daß die Story atmosphärisch dicht rüberkommt. (th)
Martin Frei |
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