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Was
ist das für ein Gefühl, als einzige zu wissen, daß ein Stadion
nicht nur mit 25.000 hippen Kids vollgestopft ist, die sich ein Megakonzert
anhören wollen, sondern auch mit munter tickernden Sprengsätzen,
die ihrer digitalen Fernzündung freudig entgegensehen? Ein Scheißgefühl,
vor allem wenn man glaubt, noch eine verschwindend geringe Chance zu haben,
die Sache aufzuhalten.
Mit
diesem Attentat versucht ein Erzschurke Corky, ein Powergirly wie es im
Comic steht, zu erpressen, um ihr die Information über ein Waffenlager
zu entlocken, das sie vor Jahren entdeckt hat. Angesichts der Tatsache,
daß im jungen 21. Jahrhundert kein Mensch mehr Waffen besitzt, stellt
diese Information eine ähnliche Bedrohung dar wie die Sprengungdes
Stadions. Sonnige Alternativen tun sich da auf, und ein Wettlauf gegen
die Zeit beginnt.
Niki
Kopp und Timo Wuerz legen sich auch mit dem zweiten und letzten Band von
XCT wieder mächtig ins Zeug. Statt sich orwellschen Visionen zu verschreiben
projizieren sie die gegenwärtige Jugendszene in die nahe Zukunft.
Statt auf SF-Versatzstücke wie den Cyberspace zurückzugreifen
entwerfen sie ein dekadentes Szenario, das alle Elemente der Gegenwart
von der Netzkultur übers Pillenschlucken und Technocult verarbeitet
und sich aus der Masse der zukunftsnahen Comics heraushebt, die derzeit
wie Pilze aus dem Boden schießen. Dieser Eindruck wird nicht zuletzt
durch das für Comics ungewöhnliche Artwork unterstrichen: Montagen,
harte szenische Schnitte, halt alles, was das MTV-geschulte Auge so liebt.
XCT liest sich wie im Endorphinrausch.
(th)
Timo Wuerz/Niki Kopp
XCT - band zwei
Carlsen Verlag 16,90 DM
ISBN 3-551-72892-5
Rezension XCT Band1
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