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The Big Lebowski

 
Jeff "The Dude" Lebowski (Jeff Bridges) ist zeitgeistmäßig in den 70ern stehengeblieben. So lange dürfte in etwa auch seine letzte sinnvolle Beschäftigung zurückliegen. Denn heute steht der hippieske Kiffer aus L.A. nur noch dann auf, wenn es mit seinen Kumpels Walter (John Goodman) und Donny (Steve Buscemi) auf die Bowling-Bahn geht, um dort gegen Jesus Quintana (John Turturro) und sein Team anzutreten. Seine faule Routine wird jäh gestört, als er ungebetenen Besuch von Geldeintreibern bekommt und sein angebliches Eheweib entführt wird. Schade nur, daß der Dude weder Schulden gemacht noch geheiratet hat. Des Rätsels Lösung: Er wurde mit einem Millionär gleichen Namens aus Pasadena verwechselt. Und der bittet Lebowski nun, ihm bei der Übergabe des Lösungsgeldes für die gekidnappte Gattin behilflich zu sein. Für ein kleines Entgelt sowie die Aussicht darauf, bald wieder in den alten Trott verfallen zu dürfen, ist Jeff gern dazu bereit.

Doch schon bald stellt sich heraus, daß der Fall gar nicht mal so einfach liegt. Es kommen nämlich nicht nur Zweifel darüber auf, ob Mrs. Lebowski überhaupt entführt wurde, sondern es treten auch eine ganze Menge Gangster auf den Plan, die das Lösegeld für sich beanspruchen. Dazu entdeckt Walter seine detektivische Ader, ein Porno-Produzent mischt sich ein und Old Lebowskis Tochter bekundet plötzlich ihr Interesse an ihres Vaters Geldkofferträger. Nun ist es mit der Lethargie vorbei, denn "the Dude" steht von allen Seiten unter Beschuß.

Die Coen-Brüder Joel und Ethan haben bereits mit "Raising Arizona" und "Fargo" ihr Gespür für auf bissige Ironie gebettete Gangster-Stories bewiesen. Für "The big Lebowski" haben die beiden dazu eine recht ansehnliche Liste von aktuell gefragten Stars zusammengebracht, darunter Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, John Turturro, David Thewlis, Ben Gazzara, Julianne Moore und Flea (Bassist der "Red Hot Chili Peppers"). Mit Joel Coehn als Regisseur entstand so eine ebenso absurde wie skurrile Komödie, in der einmal eine etwas andere Seite von Los Angeles gezeigt wird. Abenteuer müssen auch hier bestanden werden. Allerdings werden Mut und Tatendrang der Helden hier härter und umgehend bestraft. Und damit ist dieser Film trotz seiner herrlich-überspitzten Charaktere dem Leben eigentlich näher als sonst eine Hollywood-Produktion.

(sm)

Bundesstart: 19.03.1998

Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

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