| Filmkritik | ![]() |
Das Trio |
Regie: Hermine Huntgeburth Darsteller: Götz George, Christian Redl, Jeanette Hain, Felix Eitner |
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| Zobel (Götz George) und Karl (Christian Redl) sind nicht
wie andere homosexuelle Pärchen, die sich gemütlich, aber ästhetisch
in ihrer Bleibe eingerichtet haben. Eher jenseits allen guten Geschmacks
ausgestattet, leben die beiden in einem alten Kirmes-Wohnwagen - gemeinsam
mit Zobels Tochter Lizzi (Jeanette Hain). Und zu dritt verdient man sich
sein täglich Brot durch geschickte Griffe in anderer Leute Taschen.
Abends sitzt das Trio in trauter Runde, kippt einen und teilt die Beute.
Die Harmonie verweilt jedoch nicht lang im Trio'schen Mobil, denn Karl und
Zobel benehmen sich wie das sprichwörtliche alte Ehepaar: Gezänk
um Macken, kleine Eitelkeiten und die Langeweile des Alltags haben ihre
Liebe zueinander ausgehöhlt. Als Karl eines Tages einen Unfall hat,
ändert sich einiges. Mit seinem Ersatz im Tagesgeschäft gerät
nämlich das Leben von Zobel und seinem introvertierten Nachwuchs aus
den Fugen. Der (laut Info!) gutaussehende Rudolf (Felix Eitner) erobert
ihre Herzen im Sturm und genie t seine Wirkung auf die beiden. Eifersüchtig
beäugen sich Lizzi und ihr Dad, und nach leidenschaftlichen Kostproben
aus beiden Lagern steht für Rudolf schlie lich eine klärende Entscheidung
an. Es mu ja nicht die letzte sein...
Für ihren vierten abendfüllenden Spielfilm hatte die in Paderborn geborene Regisseurin Hermine Huntgeburth mit 5 Millionen Mark einen relativ hohen Etat für eine deutsche Produktion zur Verfügung. Als "ein Film, melodramatisch, leidenschaftlich komisch, zum Lachen und zum Weinen" wird ihr Werk im Presse-Info beschrieben. Insbesondere letzteres kann durchaus bestätigt werden: Anfangs gibt's ein paar Lacher und später tränt dann fast das Auge - was nichts mit der melancholischen Akkordeon-Begleitung, die man aus den Chabrol-Filmen kennt, zu tun hat. Vielmehr liegt es vorwiegend daran, da der Scherz "good old Macho-Schimmy als angetuckter Schwuler mit hoher Selbstüberschätzungs-Tendenz" nur in Ma en über ganze 1,5 Kinostunden amüsiert. Ansonsten hätten auch etwas mehr Story und eine nachvollziehbarere Besetzung der Rolle des Rudolf der Unterhaltung keinen Abbruch getan. Schön schräg kommt dagegen Jeanette Hain daher, die sich ein wenig wie eine deutsche Winona Ryder im schüchtern-Lächeln und Augenaufschlag sowie dem Wutausbruch an dramaturgisch wichtiger Stelle übt. Schade, da die 28jährige später einmal hinter der Kamera als Regisseurin Filme machen möchte. Vielleicht hätte sie eine Idee gehabt, wie man für fünf Mille ein mehr als nur durchschnittliches Werk hätte schaffen können. (sm) |
| Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug |