Filmkritik Zur Startseite

Forbidden City Cop

 
Dank der Komödien des asiatischen Kung Fu-Asses Jackie Chan ist uns Westlern bereits ansatzweise der Weg zum Verständnis des fernöstlichen Humors geebnet worden: Lustig sind demnach überdrehte Mimik und Action-Szenen, in denen es ordentlich kracht und scheppert. Wer sich nun die Hardcore-Packung kantonesischer Lachnummern geben möchte, schaut am besten in den Hong Kong-Fantasyfilm "Forbidden City Cop" hinein, der in seiner Heimat als erfolgreichster Film des letzten Jahres gilt.

Wie einst die Musketiere in Frankreich sollen die vier "Forbidden City Cops" während der Ming Dynastie den König vor Ungemach durch böse Widersacher schützen. Unter ihnen ist auch Fat (Stephen Chiau Shing-Chi), der sich noch nicht einmal vor Samurai-Geistern fürchtet. Nachdem er diese vom Dach des Königs verjagt, verbannt ihn sein Dienstherr wegen Unfähigkeit aus der Verbotenen Stadt. Nun kann er sich ganz seinen Hobbies, der Gynäkologie und dem Erfinden, widmen. Seine Frau (Carina Lau Kar-Ling) ist völlig von den Einfällen ihres Gatten überzeugt, doch bald verlangt es Fat nach höheren Aufgaben. Als kurz darauf sein ehemaliger Cop-Kollege hilfesuchend in der Frauenarzt-Praxis vorbeischaut, erhält Fat die Chance, seinem König zu beweisen, was in ihm steckt. Denn finstere Mächte haben sich mit einem Außerirdischen zusammengetan, um den Monarchen zu stürzen. Eine zwielichtige Rolle im Plan der Revolutionäre spielt dabei die wunderschöne Geisha Kim (Carmen Lee Yeuk-Tung). Mit der Unterstützung seiner lieblichen Frau und genialen Erfindungen macht sich der unerschrockene Fat daran, den Bösewichtern das Handwerk zu legen. Hemmungslos verarbeitet Regisseur Vincent Kuk in seiner Satire die Klichées nicht nur des westlichen Action-Kinos - der Vorspann ist der James Bond-Reihe entliehen - sondern auch die der asiatischen Swordsplay-Filme. Slapstick sowie Gestik und Dialogregie, wie sie auch das Ohnsorg-Theater nicht besser hinbekommen hätte, sind die Folge. Wer die Sprüche der handelnden Charaktere verstehen will, hat ein besonderes Problem: Die englischen Untertitel werden in rasender Geschwindigkeit synchron mit der Originalsprache eingeblendet. Da ist es geradezu erholsam, wenn Special Effects und abgefahrene Kampfkunst-Einlagen ohne Worte zum Einsatz kommen. Läßt man sich jedoch auf die zum Teil sehr schrägen Gags ein, bietet sich mit "Forbidden City Cop" ein kurioses und buntes Filmabenteuer.

(sm)

Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

[ Übersicht Filmkritiken ]