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Hinter dem Horizont

 
Begegnungen mit dem Tod oder dem "Leben" danach stehen in Hollywood derzeit hoch im Kurs. Hat Anthony Hopkins im Januar ein Rendezvous mit Brad Pitt als Sensenmann, gelangt Robin Williams noch vor dem Weihnachtsfest in eine heile Welt nach dem Ableben. Die glückliche Familie Nielsen wird durch den Unfalltod ihrer beiden Kinder auseinandergerissen. Kurz darauf stirbt auch Vater Chris (Robin Williams) bei einem frontalen Zusammentreffen mit einem PKW. Während er nach Durchschreiten des Lichts am Ende des Tunnels in eine wundersame neue Dimension gelangt und sich dort mit Hilfe von Albert (Cuba Gooding, Jr.) an die Leichtigkeit des Totseins gewöhnt, verfällt seine Frau Annie (Annabella Sciorra) daheim in tiefe Depressionen und nimmt sich schlie▀lich das Leben. Um ihr zu helfen, begibt sich Chris ein Stockwerk tiefer in die Etage der gequälten Seelen, die durch Schlechtigkeit oder Selbstmord dorthin gelangt sind. Er mu▀ seine geliebte Frau nicht nur in dem tristen Chaos finden, sondern sie anschlie▀end in wenigen Minuten dazu bringen, ihm ein Fünkchen Hoffnung zu signalisieren und ihn auf dem Rückweg zu begleiten. Bleibt Chris erfolglos, droht auch ihm die ewige Verdammnis.

Wahre Liebe überdauert selbst den Tod. Das ist die Message, die dieser dramatische Film mit Fantasy-Versatzstücken in reichen Dosen verabreicht. Aufwendige Animationen lassen das Reich der Engel in den buntesten Farben schillern, durch das sich ein unbeholfen hopsender Robin Williams bewegt, jeder Neuankömmling zunächst in einem von ihm favorisierten Universum an die Unendlichkeit gewöhnt wird und in einer märchenhaften Traumstadt jede Seele einen Job bekommt, die sich auch nach Abfahrt vom Planeten Erde nach Erfüllung durch Arbeit sehnt. Optisch eindrucksvoll ist auch das apokalyptische Endzeitszenario, welches die Qualen der verhärmten Geister zum Ausdruck bringt. Die üppigen Effekte sind eingebettet in ein routiniert inszeniertes Drama - Auflockerungen durch Spa▀vogel Robin Williams inklusive. Trotzdem zeigt auch diese gefühlsduselige und moralisch einwandfreie Hollywood-Produktion zur Vorweihnachtszeit: In Himmel und Hölle nichts Neues.

(sm)

Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

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