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Im Auftrag des Teufels

 
"In `Im Auftrag des Teufels' geht es um uramerikanische Werte: Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Materialismus," sagt Produzent Arnold Kopelson. "Sich ganz dem Erfolg zu verschreiben und die Gefahren dabei zu übersehen... Und Kevin Lomax demonstriert, was passiert, wenn dieser Ansatz aus dem Ruder läuft."

Und das auf sehr unterhaltsame Weise. Kevin alias Keanu Reeves beweist nämlich als Anwalt in Florida derartiges Geschick im Umgang mit Geschworenen und Richtern, daß er selbst für die schuldigsten Unsympathen Freisprüche erwirkt. In New York hört John Milton (Al Pacino) von dieser Gabe und leitet alles in die Wege, um das smarte Talent für seine weltweit operierende Kanzlei anzuheuern. Tatsächlich läßt sich Lomax von Geld und Prestige in den Big Apple locken. Seine Frau Mary Ann (Charlize Theron) gibt ihre Selbständigkeit nun zugunsten der innenarchitektonischen Auswahl und allgemeinen Luxus-Eheweib-Tätigkeiten, wie Schönsein, Einkaufen und Einkaufen, auf.

Als sie zunehmend unter Depressionen sowie Alpträumen leidet und schließlich behauptet, der obskure Alleswisser Milton habe sie vergewaltigt, meint ihr Gatte, sie zu verstehen: Er weist sie in eine Nervenheilklinik ein. Unterdessen setzt Kevin sein Leben in luxuriösem Ambiente und seinen Gerichtssaal-Siegeszug für Miltons feine Mandanten fort. Doch auch ihm dämmert langsam, daß die Urteile nur bedingt mit Gerechtigkeit zu tun haben. Zum Austeigen ist es allerdings zu spät, denn sein Chef enthüllt ihm nicht nur ein familiär bedeutsames Detail, sondern auch dessen Pläne mit ihm.

Die Rolle des verschlagenen Höllenfürsten steht Al Pacino wirklich ausgezeichnet. Überzeugend spinnt er seine finsteren Intrigen und läßt es dabei an erotischer Ausstrahlung nicht fehlen. Keanu ("My Private Idaho" mit River Phoenix) legt sich ebenfalls mächtig ins Zeug, um gegen seinen Kollegen eine gute Figur zu machen und ist dabei erfolgreich. Hohe dunkle Bauten, die spartanisch-düstere Ausstattung und die kleinen optischen Effekte, die den Teufelskerl Al in seinen Vorhaben unterstützen sorgen für eine bedrohliche Atmosphäre, die derer in dem Kult-Horrorstreifen "Rosemaries Baby" sehr nahe kommt. Regisseur Taylor Hackford ("Ein Offizier und Gentleman") liefert damit eine der netteren Hollywood-Produktionen ohne das übliche Happy America-Ende, sondern mit einem netten kleinen Dreh zum Schluß.

(sm)

Bundesstart: 22.01.1998

Regie: Taylor Hackford
Darsteller: Keanu Reeves, Al Pacino, Charlize Theron

Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

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