Filmkritik Zur Startseite

Ronin

 
"Ronin" heißt der neueste Streich von Regisseur John Frankenheimer. Der (als Hommage an die Ausdrucksstärke von Schwarzweißfilmen) zumeist nur in dunklen Farben gehaltene Film erzählt die Geschichte einer Gruppe von freischaffenden Agenten, die einem ihnen unbekannten Auftraggeber einen Metallkoffer besorgen soll. Ihre einzige Verbindung zum Auftraggeber: Dierdre (Natascha McElhone). Zu der "Söldner"-Gruppe gehören Sam, (Robert De Niro), Vincent (Jean "Der Profi" Reno), Gregor (Stellan Skarsgard), Larry (Skipp Sudduth) und Spence (Sean Bean). Nach kurzem Kennenlernen werden sie instruiert und (ohne den unprofessionell erscheinenden Spence) auf die geheimnisumwitterte Mission geschickt. Natürlich verläuft diese keineswegs glatt und die angeheuerte Crew teilt sich im Verlauf derer in drei verfeindete Parteien auf: Sam und Vincent auf der Seite der Guten, Auftraggeber Seamus (Jonathan Pryce) mit seiner rechten Hand Dierdre und Einzelgänger Gregor auf der Seite der Bösen.

Die Jagd nach dem Koffer mit dem geheimnisvollen Inhalt kann also weitergehen. Ihren Höhepunkt findet sie in einer spektakulären und nie dagewesenen Verfolgungsjagd durch Paris. Ich weiß nicht, wie viele Autos dabei zu Schrott gefahren wurden. Eins von ihnen jedenfalls landete wie Lady Di und ihr Freund Dodi an einem Pfosten eines Pariser Tunnels. Wohl kaum ein Zufall.

Wer am Ende den Koffer behalten darf und somit als Sieger hervorgeht wird natürlich nicht verraten. Die Spannung soll ja bis zum Schluß erhalten bleiben. Eins kann ich aber versichern: Langweilen wird man sich während der 121 Minuten sicherlich nicht. Der Film ist spannend bis zum Schluß und birgt einige überraschende Wendungen, mit denen keiner gerechnet hat. Ich sage nur eins: Doppelspiele am laufenden Band.

John Frankenheimer gebührt Lob und Anerkennung für dieses actionreiche Spektakel, das nicht nur mit seiner exzellenten Besetzung, sondern auch einer klug ausgetüftelten Story den Zuschauer zu fesseln weiß. Ein Actionfilm der alten Garde - ohne Zeitlupen-Schießereien eines John Woo oder gigantische Explosionen und computeranimierte Actionszenen im Stile von John McTierman ('Die Hard 3').

Und noch was: Katharina Witt gibt eine gute Figur als Schauspielerin ab, obwohl sie eigentlich nur das macht, was sie seit Jahren beherrscht: Eislaufen und recht freundlich lächeln.

(kfb)

Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

[ Übersicht Filmkritiken ]