Filmkritik Zur Startseite

Der Schakal

 
Blutige Rache schwört ein russischer Mafia-Boß den USA, als sein Bruder bei einem Attentat durch das FBI ums Leben kommt. Deshalb heuert er den berüchtigten Profi-Killer Schakal (Bruce Willis) an, der für 70 Millionen Dollar vor aller Augen eine Persönlichkeit des öffentlichen Lebens ermorden soll. Als FBI-Mann Preston (Sidney Poitier) von dem geplanten Attentat erfährt, macht er sich mit seiner russischen Kollegin auf den Weg ins Gefängnis. Denn hier sitzt der vermutlich einzige Mann ein, der den mysteriösen Schakal je persönlich kennenlernen durfte und dieses Ereignis überlebt hat: der irische Terrorist Declan Mulqueen (Richard Gere). Der hat zunächst zwar nichts als Zynismus für die Regierungsbeamten übrig, läßt sich jedoch einspannen, als er erfährt, daß seine ehemalige große Liebe Isabella (Mathilda May) zwischen die Fronten geraten könnte. Nun beginnt ein großangelegtes Katz-und-Maus-Spiel, denn obwohl Mulqueen die Schritte seines Widersachers gut deuten kann, ist dieser ihm mit einer Reihe von Verkleidungen und modernster Tötungstechnologie immer ein kleines Stück voraus. Und der Schakal spielt mit seinen Häschern, denn die Jagd ist längst auch zu einer persönlichen Geschichte zwischen Mulqueen und ihm geworden - immer mehr blutige Spuren hinterläßt er auf dem Weg zum großen Showdown.

So unterschiedliche Werke wie "Doc Hollywood" oder "Rob Roy" gehen auf das Konto von Regisseur Michael Caton-Jones, der sich nun an ein Remake des 70er Jahre-Thrillers "Tag des Schakals" mit Edward Fox in der Hauptrolle wagte. Vielleicht wäre ein besserer Streifen gelungen, hätte sich ein John Woo in den Regie-Stuhl gesetzt. So lebt der Film hauptsächlich von Action-Profi Bruce Willis in seinen zahlreichen Verkleidungen. Komplett daneben ist hingegen Richard Gere, dem man den irischen Freischärler kaum abnehmen mag. Kann es wirklich sein, daß dieser charmante Kerl vor seiner Gefangenschaft blutige Gemetzel initiiert hat? Leicht unlogisch mutet auch die Gegebenheit an, daß man ausgerechnet einem Knacki, der zudem noch allein durch sein Versprechen an die Aktion und damit die amerikanische Regierung gebunden ist, die Leitung über das Unternehmen übertragen und mit Waffen ausgestattet hat. Und dann zum Schluß: Warum zündet der Schakal sein Todesfeuerwerk ausgerechnet im Getümmel der anwesenden FBI-Agenten, wo das Teil ohnehin per Handy ausgelöst wird und somit bequem aus einem Hotel drei Blocks weiter hätte erledigt werden können? Das hätte man nun wirklich besser machen können.

(sm)

Regie: Michael Caton-Jones
Darsteller: Bruce Willis, Richard
Gere, Sidney Poitier, Mathilda May
Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

[ Übersicht Filmkritiken ]