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The Tuxedo – Gefahr im Anzug

„Kleider machen Leute“ – nie war dieser Satz so wahr wie in „Tuxedo – Gefahr im Anzug“, denn wenn Jackie Chan als tolpatschiger, liebeskranker Chauffeur in den Smoking seines Herrn schlüpft, mutiert er plötzlich zum Superman, der Frauen übers Parkett wirbelt, Kugeln ausweicht wie sonst nur Keanu Reeves in „Matrix“ und an Wänden hochklettert, als wäre Schwerkraft reine Glaubenssache. Dank High-Tech-Zwirns aus dem CIA-Labor, das selbst Bonds „Q“ neidisch erblassen lassen würde, schlüpft Taxi-Fahrer Jimmy Tong in die Rolle seines kurzzeitig außer Gefecht gesetzten Bosses Devlin, der ganz nebenbei Geheimagent ist, und einem Mineralwasserhersteller das Handwerk legen muss, bevor dieser mit einem Virus das gesamte Trinkwassermonopol an sich reißen kann und es „Aqua-La-Vista, Baby!“ heißt.

An Jackie Chans Seite gesellt sich eine von Jennifer Love Hewitt gespielte Nachwuchsagentin, die mehr durch Oberweite, denn Kompetenz zu überzeugen versteht. Jackie Chan-Fans seien jedoch gewarnt: „Tuxedo“ bietet weder die gewohnten Martial Arts-Einlagen (keine Frage, Jackie kommt in die Jahre, das 49. um genau zu sein) noch den Witz eines „Shanghai Noon“ und wartet in Person von Regie-Novize Kevin Donovan mit einem unerfahrenen Mann auf, der das dünne Script auch nicht aufzupeppen vermag, und dem nichts besseres einfällt, als den unterschätzten Peter Stormare in der 100. „Verrückter Professor“-Rolle zu besetzen: Merke ohne stichwortgebende Sidekicks wie Owen Wilson oder Chris Tucker steht Chan in US-Produktionen auf verlorenem Posten.

 

  USA 2002
Regie: Kevin Donovan
Darsteller: Jackie Chan
Jennifer Love Hewitt
Jason Isaacs
Peter Stormare
Start (D): 05.12.2002

 

 

Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

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