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U-Turn

 
Bobby Cooper (Sean Penn) ist gut gelaunt auf dem Weg nach Las Vegas, wo ein Geldeintreiber ungeduldig auf die 13.000 Dollar im Gepäck Coopers wartet. Ein geplatzer Kühlerschlauch jedoch bringt ihn vom rechten Weg ab und führt ihn nach Superior, einem Wüstenkaff in Arizona. Während er hier seinen '64er Mustang vertrauensvoll in die Hände des schrulligen KFZ-Mechanikers Darrell (Billy Bob Thornton) gibt, lernt Bobby das rassige Indianer-Halbblut Grace (Jennifer Lopez) kennen. Gerade kommen sich die beiden ein wenig näher, da stößt Jake McKenna (Nick Nolte) zu ihnen. Als Graces Angetrauter streckt er den Fremden ersteinmal mit einem Schlag nieder, um ihm anschließend ein unmoralisches Angebot zu machen: Der mehrfach gehörnte Jake will seine Gattin von Bobby erschießen lassen. Ein Vorschlag, den der Unglücksrabe überdenkt, als ihm seine Tasche mit den 13.000 Schuldgeld zerschossen wird und Darrell für den inzwischen völlig auseinandergenommenen Mustang 150 Mäuse fordert. Doch der Job gerät zum undurchsichtigen Spiel, als Grace ihm das Geheimnis um sie und Jake erzählt und ihn anschließend für 100.000 Dollar um die Beseitigung McKennas bittet.

Wie erfrischend ist es, endlich mal einen Film von Regisseur Oliver Stone zu sehen, der gänzlich frei von politischen Ehrgeiz mit sogar ein wenig Humor und in Normallänge über die Leinwand flackert. Auffallend sind die extrem satten Farben, in denen Stone seine Homage den Film Noir eingefangen hat. Zudem unterstützen wie schon in "Natural Born Killers" unübliche Schnitte und zum Teil grobkörnig gefilmte Szenen den jeweiligen Bewußtseinszustand der pillenschluckenden Hauptfigur Bobby, dargestellt von Sean Penn, der hier als zufällig in einen Alptraum hineingeratener Spieler zur Bestform aufläuft. Schön schrill ist auch das geheimnisumwitterte Örtchen "Superior" - an den skurrilen Einwohnern hätte ein David Lynch sicherlich seinen Spaß gehabt. Allen voran steht Billy Bob Thornton ("Sling Blade") als versiffter Mechaniker, gefolgt von Jon Voight als mysteriöser Indianer sowie Claire Danes ("Romeo & Julia") als dumme Nuß mit Sex-Appeal. Und genau diese Kleinigkeiten sind es, die "U-Turn" trotz der schon hinlänglich bekannten Story zu einem sehenswerten und spannenden Genre-Ausflug des Political Correctness-Vorreiters Stone machen.

(sm)

Zuletzt rezensierte Filme: Gangs of New York - 8 Mile - Ghostship - Der Schatzplanet - The Tuxedo – Gefahr im Anzug

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