CD-Kritik Zur Startseite

35007

Liquid

(Stickman/Indigo)

Es gab einige Bands, die haben vorgemacht dass es funktioniert, auf Gesang zu verzichten. 35007 wollen es auch probieren und haben auf ihr Vier-Song-Album "Liquid" Vokales außen vor gelassen. Sie fragen sich bestimmt, ob ich mich verzählt habe? Nee, habe ich nicht. Vier Songs ergeben 39 Minuten und somit das Album "Liquid", zugleich Soundtrack zum gleichnamigen Film. Dass es nicht langweilig wird, dafür haben die Holländer gesorgt. Phantastischer, die Gehirnzellen stimulierender Psychedelic-Dröhn-Rock von Feinsten. Die Riffs bauen sich ganz langsam zu einer riesengroßen Soundwand auf, die Keyboards und Moogs rollen einen breiten Teppich aus, während die Gitarren ein Feedback nach dem anderen durch die Lautsprecher gleiten lassen. Betörend und faszinierend ist, was da passiert. Der Kopf spielt mit und versorgt den Hörer mit seltsamen Bildern. Pink Floyd zu Roger Waters-Zeiten und Spaceman 3 wären stolz auf 35007, deren Namen rückwärts gelesen bekanntlich Loose ergibt.

(kfb)

35007

Sea Of Tranquillity

(Stickman / Indigo)

Der Scherz ist keiner mehr und dürfte bekannt sein. 35007 heißt Loose. Zahlen auf den Kopp und schon ist das Rätsel, das kein großes ist, gelöst. Die Jungs waren in den vergangenen Monaten nicht von Glück verfolgt. Während ihrer letzten Tour wurde ihnen in Rom das gesamte Equipment gestohlen. Dann stieg auch noch Sänger Euwout aus und zog von Holland nach Australien um. Seitdem sind Loose (bis auf weiteres) ohne Gesangspart unterwegs und trotz der dummen Ärgernisse nicht klein zu kriegen.

Nach "35007" (1997) und der Wiederveröffentlichung ihres Debüts "Especially For You" im Jahre 1999, versuchen sie nun mit einer EP wieder Anschluss zu finden. Die nette Verpackung - von Frank Kozik höchst persönlich erarbeitet - verspricht einiges und kann dies zur vollsten Zufriedenheit des Rezensenten halten. Spacige Keyboards, ohrwurmartige Riffs und ein Höllengroove verschönern einem jeden Tag, an dem man sich dieser EP/10" hingibt. Die Songs ziehen sich wunderschön in die Länge und dröhnen einem die Ohren zu, ohne dass im entferntesten Langweile aufkommt. Loose sollten wirklich beim Instrumentalen bleiben und zukünftig auf das Engagement eines Sängers gänzlich verzichten. Jetzt fehlt nur noch eine gemeinsame Tour mit Karma To Burn, Spiritualized oder Lupine Howl und wir wären alle rundum glücklich. Und nun tschüss, ich will/muss wieder abtauchen, um meine Seele ins Gleichgewicht zu bringen.

(kfb)


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