CD-Kritik Zur Startseite

Christina Aguilera 

Stripped 

(RCA/BMG)

"He loves every freckle, ever curve, every inch of my skin", heißt es in "Loving Me 4 Me". Ihr virtueller oder gar reeller Lover kann sich glücklich schätzen. Christina Aguilera steht in der Gunst der Pop-Sängerinnen eindeutig höher als ihre Erzrivalin Britney Spears, viele träumen wohl von Aguileras Inches. Während Britney zum Lustobjekt pädophiler Träume verkommen ist, hat Aguilera den Sprung in die Erwachsenenliga geschafft. Diese These mag nicht politisch korrekt sein, aber der Realität entsprechen. Der Vergleich Britney mit Aguilera ist nicht neu, eher abgelutscht, liegt dennoch auf der Hand. Wenn nicht die eine, dann die andere. Das Herz des Rezensenten schlägt eindeutig für Aguilera. Sie hat die ausgeklügelteren und abwechslungsreicheren Songs (unter anderem dank der schon von Pink reanimierten Songschreiberin Linda Perry, ehemalig 4 Non Blondes), den schöneren Körper (Hey, ich bin ein Mann!), die kräftigere und variablere Stimme, die cooleren Sanges-Partner (Lil' Kim und Redman zum Beispiel), die ästhetischeren und Aufsehen erregenderen Videos ("Dirrty"), den auf Dauer erträglicheren Ohrwurm ("Dirrty") und ist sowieso von Grund auf besser und gibt sich daher selbstbewusster und vor allen Dingen authentischer. Spears wiederum hat die cooleren Produzenten (The Neptunes alias N.E.R.D.) und eindeutig den besseren Styling-Berater. Aguilera hat definitiv ein Haarproblem. Ihre Frisuren sind meist höchst peinlich. Wer und ob überhaupt nun einen Boop Job hatte und welcher der bessere war, das will ich gar nicht mehr erörtern.

Kommen wir lieber zur Musik. Auf "Stripped" finden sich sehr wenige Aussetzer, dafür eine Vielzahl verschiedener Stile zu einem stimmigen Ganzen vereint. Wie es derzeit Mode ist, kokettiert Aguilera mit Rock, sprich mit dahingeschmetterten Gitarrenriffs – siehe die Kampfansage "Fighter". Des weiteren hat sie guten alten Soul ("Impossible"), Funk ("Get Mine, Get Yours") und südamerikanische Klänge ("Infatuation", "Make Over") einfließen lassen und herzerweichende Balladen ins Mikrofon gehaucht ("Walk Away", "Loving Me 4 Me", "Beautiful"). Am Ende hätten es ein paar Balladen weniger sein können und stattdessen einige Überraschungsmomente mehr, was unterm Strich aber nichts an dem mehr als positiven Urteil über dieses Album ändern würde.

(kfb)



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