CD-Kritik Zur Startseite

Baby You Know

Snake Eyes Cry

(Veracity/EFA) [6-97]

Mit "Snake Eyes Cry" bringt die deutsche Band Baby You Know ihr bislang 4. Album heraus und ich will nicht leugnen, daß die ersten drei spurlos an mir vorübergegangen sind. Leugnen will ich allerdings auch nicht, daß ich dies bedauere, denn die Platte hier ist ziemlich klasse.

Die Band aus dem tiefsten Südosten unserer Republik besteht seit über 15 Jahren und hat sicherlich schon längst die Hoffnung auf eine Musikkarriere aufgegeben, was ihnen vielleicht auch die Freiheit gibt, konsequent und kompromißlos in der Provinz ihren Sehnsüchten und Träumen musikalischen Ausdruck zu verleihen. Im Mittelpunkt der Songs stehen die Loser, die Outlaws, die Geschlagenen dieser Welt, da wird gepokert, da gibt es Liebe und es fließt auch mal Blut. Musikalisch werden vor allem die amerikanischen Vorbilder zitiert, die spröden Gitarrenkram machen. Namen will ich hier keine nennen, weil man das in den falschen Hals bekommen könnte, es sind aber nur die Guten. Die Songs werden mal zart mit Akustikgitarre ("We Canīt Be Friends"), mal krachend mit Schrammelgitarre ("To The Bone"), mal schwebend mit Feedback-Gitarre ("Nothing Runs Faster Than Rain") und auch einer Steel-Guitar umgesetzt ("Home Is Where The Pain Is").

Baby You Know liefern mit "Snake Eyes Cry" eine Platte ab, wo Musik drauf ist, die schon seit Jahren gemacht wird, die noch in Jahren gemacht werden wird, weil der Quell solcher Musik Dingen entspringt, die es auch noch in Jahren geben wird: Sehnsucht, Leidenschaft und etwas Selbstmitleid. Als Hörer kann man sich da anschließen, diese Emotionen wird man selbst auch noch in Jahren haben, weil man sie haben will und wird entsprechend diese Platte dann auch immer noch auflegen können. Viel mehr kann eine Gitarrenplatte zur Zeit nicht leisten, auch eine amerikanische nicht.

(fw)