CD-Kritik Zur Startseite

Joan Baez

Dark Chords On A Big Guitar

(Sanctuary)

Komisch, bei Joan Baez käme ich nie auf die Idee, die Nase zu rümpfen, weil sie Songs covert. Wobei "covern" in diesem Zusammenhang nicht wirklich zutrifft. Joan Baez wählt "ihre" Titel behutsam aus, saugt sie ein und was dann wieder rauskommt ist weit mehr als eine würdige Interpretation.

Das Schrille ist aus ihrer Stimme schon lang verschwunden, sanft und wohltuend breitet sie sich aus wie ein Hustenelixier und beruhigt, was eben noch aufmucken wollte. "Sleeper" von Greg Brown, "Caleb Meyer" von Gillian Welch und allen voran "Motherland" von Natalie Merchant gelingen ihr ganz vorzüglich und machen "Dark Chords On A Big Guitar" zu einem eindringlichen Album. Zeitlos.

(dmm)

 

Joan Baez 

Original Master Series

(Vanguard / Zyx )

Das ehrwürdige Label Vanguard veröffentlicht innerhalb der "Original Master Series" 14 CDs von Joan Baez in verbesserter Klangqualität und mit unveröffentlichtem Material. Los geht's mit drei Alben: Dem Debüt von 1960 "Joan Baez", "Joan Baez Vol 2" (1961) und "Noël" von 1966. Es ist sicherlich nicht vermessen, die beiden ersten CDs als Meilensteine zu bezeichnen, gilt doch Joan Baez bis heute als das weibliche Pendant zu Bob Dylan. So sehr sich ihre Stimme über die Jahre verändert hat, schon bei den ersten Tönen schneidet sie den Hörer in Stücke. Oder, wie "Time" einst urteilte: "So klar wie die Luft im Herbst: Ein vibrierender, kraftvoller, unerzogener, aufwühlender Sopran." Die unveröffentlichten Aufnahmen sind auf allen drei CDs zwar etwas spärlich ausgefallen, aber das Remixen hat sich -bei den ersten beiden Alben- gelohnt. Ob man auf eine Wiederveröffentlichung von "Noël" gewartet hat, ist sicherlich Geschmacksache, und auch klanglich ist die CD nicht wirklich festlich. Trotzdem - unbedingt anhören; es ist schon ehrfurchtgebietend, wenn man bedenkt, dass Joan Baez ihre erste Platte vor 41 Jahren aufgenommen hat und heute noch Alben veröffentlicht.

(dmm)

 

 


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