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Beangrowers

Beangrowers

(Our Choice/Zomba RTD 195.3760.2P) (4-01)

Dass sie aus Malta kommen, kann das junge Trio schon nicht mehr hören. Den Exotenbonus sind sie leid... - und haben sich parallel dazu größte Mühe gegeben, alles Exotische, Originäre aus ihrer Musik zu verbannen. So es denn je drin gewesen sei. Elektronischer ist sie geworden, ihre Musik. Manch schriller, verzerrter Ton fungiert als Accessoire. Spacig klang sie allerdings auch schon auf dem Debüt "48k". Rasant, schrammelig und mit viel Geblubber gaben die "Beangrowers" vor zwei Jahren ihren Einstand, produziert von Knöpfchen-Größe Gareth Jones. Diesmal saß Teo Miller hinter den Reglern, aber musikalisch hat allem wenig bewegt.

Es ist ein hochwertiges Album, kein Zweifel. Leicht, voll Pop-Esprit und guter Ideen. Aber es ist eben auch ein High-Tech-Album, viel zu glattpoliert für den im Label-Info postulierten "Indie-Rock"-Einschlag. Die Hooks bleiben nicht wirklich hängen (anders als auf "48k"), überhaupt rutscht der suchende Kritiker-Griff auf der Suche nach der Beangrowers-Spezifik immer wieder ab. Unter der hochproduzierten Schale verbirgt sich effektvoller Minimal-Pop und eindrucksvoller Gesang - beides leider zum Bubblegum verunstaltet, das LowFi-Flair wirkt aufgesetzt, neben abgestandenen TripHop-Anklängen geistern immer wieder Garbage und die Pixies durch die Songs, deren Referenzen den Beangrowers-Sound vollends zum Euro-Trash degradieren.

(Katja Preissner)

 

 

 
>> Beangrowers-Interview <<

Beangrowers

48k

(Rough Trade) [5-99]

Ziggy Stardust und seine Spiders sind wieder da, und sie klingen wie Garbage in silbernen Plateaustiefeln! Aber erst mal die Fakten: die Beangrowers sind ein junges Trio aus Malta (!), zwei Jungs und ein Mädel: Alison Galea (voc, git, synth), Ian Schranz (dr, synth) und Mark Sansone (bs, synth, voice art). "48k" ist ihr Debüt-Album. Ich geb ihm vier von fünf möglichen Punkten, denn das Rad haben sie nicht grad neu erfunden (s. Verweis auf obige Band), und wer weiß, was zudem noch auf das Konto von Produzent Gareth Jones (...) geht, ich bin da ein bißchen mißtrauisch...

Die Basis ist richtig satter, nasser Anarcho-Grunge-Rock, very plugged und mit mächtig Drive, dazu ein paar Elektronik-Spielereien, nette Pop-Melodien und viele Brüche in den Songs. Nicht zuletzt diese Kontraste erinnern an Garbage, allerdings auch Alison Galeas Gesang. Sei´s drum. Was die Beangrowers auszeichnet, ist ihr Space-Touch und dezente Glam-Anklänge. Diese Weltraum-Sache ist ihr Ding, immerhin heißt der Opener (zugleich die erste Single-Auskopplung) auch "Astroboy"...

Ihre "Synths" nutzen die Beangrowers für kosmische Verdelungen, sozusagen mit einem Fuß auf der Erde und mit dem andern im All. Man merkt halt doch, daß die Jahrtausendwende naht... Und einmal mehr habe ich das Vergnügen, festzustellen, daß sich die Zunft der Keyboarder wieder aus ihren Löchern wagen darf und nicht nur atmosphärisch untermalen muß, sondern ruhig den Mut zu autonomen Spielerein hat. Das tut allen gut: der Band, dem Sound und der Rezensentin! Die Songs sind unterm Strich klasse: bleiben im Ohr hängen, sind frisch und einfallsreich arrangiert und straff produziert! Fazit: etwas epigonal, aber trotzdem exquisites Album!

(Katja Preissner)

 

 Cover Beangrowers-48k

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