CD-Kritik Zur Startseite

Beastie Boys

The Sounds Of Science - The Anthology

(Grand Royal/Capitol/EMI )

Um nicht wieder eine allzu lange Wartezeit auf das nächste Studiowerk ins Land gehen zu lassen, haben sich die drei Witzbolde Adam Yauch, Mike Diamond und Adam Horowitz alias Beastie Boys im Sommer dieses Jahres an einen Tisch gesetzt und überlegt, welche Songs ihre abwechslungsreiche und in der Musikgeschichte bislang einzigartige Karriere am besten auf einem Doppelalbum repräsentieren könnten. 42 Tracks haben es am Ende auf "The Sounds Of Science - The Anthology" geschafft. Nur eines blieb hängen. Das heißt "Rock Hard" und war eine der ersten Singles der Band. Es enthält ein Sample der australischen Langweil-Hardrocker AC/DC. Die wollten jüngst nicht ihre Zustimmung geben, den Song abermals zu veröffentlichen. Uncool, dumm und albern, aber wahr. So sind die Gesetze im Musikbiz.

Egal, auch ohne "Rock Hard" ist diese Anthologie ein edles Stück Musikgeschichte geworden. All die Hits von "Some Old Bullshit", "Licensed To Ill", "Paul's Boutique", "Check Your Head", "Ill Communication" und "Hello Nasty" sind natürlich fast ausnahmslos vertreten. Die Rosinen in dieser riesigen leckeren Torte (Ich hoffe, ihr mögt Rosinen und Torte ...) sind "Alive", "I Want Some" (beide bis dato unveröffentlicht, damit brandneu), Auszüge aus den Country Mike Sessions (Mike D auf Solopfaden), die rare B-Seite "Skills To Pay The Bills", ein Fatboy Slim-Remix von "Body Movin'", die Originalversion von "Jimmy James" und eine neue Version von "3 MCs and 1 DJ". Ob noch weitere Überraschungen versteckt sind, kann ich derzeit nicht sagen, da mir nur eine Promo-CD mit Auszügen (14 Stücke) aus dem Album vorliegt und ich mich insofern auf die Informationen der Plattenfirma und des 'NME' verlassen muss. Die sind bekanntlich nicht immer hundertprozentig richtig.

Fazit: Beastie Boys sind eine der wenigen Bands, die sich eine Anthologie verdient haben. Nie war ihr nächster Schritt voraus zu ahnen, nie waren sie berechenbar und taten das, was der Fan von ihnen erwartete. Das ist ihnen hoch anzurechnen. Ich denke da nur an ihre geniale rotzige Hardcore-EP "Aglio e Olio". Es bleibt zu hoffen, dass sie als Menschen weiterhin gute Freunde bleiben und nicht die Lust am gemeinsamen Musizieren verlieren. Die Musikwelt würde einen wichtigen genreübergreifenden Ideengeber verlieren.

(kfb)

 

 

Beastie Boys

The in sound from way out!

(Grand Royal/EMI) [4-96]

Erstes time-out nach 11 Jahren nun anscheinend für die Beastie Boys.

Auf die Vorfreude (Ankündigung des Albums) folgt eine viel größere Enttäuschung (Erscheinen des Albums). Anstelle neuer Songs (naja, zwei sind dann doch drauf) gibt´s hier alten Stoff von den letzten beiden Studio-LPs und zwar nur Instrumentales. Und als Zugabe und für den, dem "Lighten Up" von "Check your head" nicht instrumental genug war, gibt´s dieses Stück in einer Version, in der die Vokal-Spur einfach weggelassen wurde! Sehr witzig, Jungs.

Ein weiteres Highlight des "Albums" sind die Liner-Notes in Französisch. Unter uns: ich persönlich (und ich spreche jetzt wirklich nur für mich) habe in der neunten Klasse mit der französischen Sprache gebrochen,deshalb kann mich auch dieses Schmankerl nicht wirklich begeistern und ebensowenig kann es mich darüber hinwegtrösten, daß die Instrumentalstücke, aus dem Zusammenhang der Alben herausgerissen, keinesfalls ihre frühere Wirkung erreichen.

Die Beastie Boys sind und waren nie eine Acid-Jazz-Combo, eine Stilart, in deren Nähe sie jetzt mit dieser CD stehen. (Oder gar gerückt werden? Nein, jetzt keine Verschwörungstheorien!).

Diese CD ist einfach unnötiger UNFUG!

Dann lieber Punk-Rock oder Money Mark solo!

(rk)

Cover Beastie Boys

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