CD-Kritik Zur Startseite

Boksch (Flugschädel live)

Ocker 1-8

(Plattenmeister/Efa) [6-96]

Die meisten Scheiben lösen Stimmungen und Gefühle aus. Oder erinnern Dich an etwas.

Ocker 1-8 erinnert an schlechte Träume in denen Neandertaler Heavy Metal Gitarre spielen.

Es soll sich bei diesem Projekt um 6 junge Männer aus dem hohen Norden der Republik handeln, die im Studio-Alltag unter dem Namen Flugschädel firmieren. Von Live-Atmosphäre im klassischen Sinne (Sänger die versuchen das Publikum mit "Kan ju see thee Mikrophon in thee Air" anzustacheln) ist nichts zu spüren. Vielmehr handelt es sich um 8 Stücke, die keine eigenständigen Titel benötigen, da sie kaum auseinanderzuhalten sind (Habe ich jetzt "Random Play" gedrückt, oder nicht ?) und nur aus wild zusammengesetzten Bruchstücken bestehen. Viel, immer wieder gleich klingende, verzerrte Gitarre, sattes Schlagzeug, Maultrommel, noch mehr wirre Samples aus der Urschrei- und Sprachtherapie und noch mehr Samples; Orgel, und noch mehr Samples, relativ rhythmisch zusammen gebastelt.

Also, wenn schon Boksch dann spart das Geld und seht sie euch live an. Wer auf wirklich schräge Sachen, verzerrte Gitarren und Gegrunze steht und nicht gleich auf die Freunde der Speed Metal Fraktion treffen möchte, sollte sich Boksch live geben. Am besten in einer Höhle oder anderem düsteren Ambiente mit obligatorischer Pechfackelbeleuchtung.

Ob Absicht oder nicht, die Scheibe vermittelt den Eindruck, auf der Bühne werde man von Steinzeitmenschen erwartet die zur Party bitten; mittendrin ein scratchender Ghettobewohner neben dem brennenden Ölfaß.

(carrzy)

Cover Boksch


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