CD-Kritik Zur Startseite

Billy Bragg and The Blokes

England, Half English

(Cooking Vinyl/Indigo)

Manchmal habe ich das Gefühl, dass mit dem Ende der Thatcher-Ära alle politischen Bands verschwunden sind. Nur einen gibt es immer noch, der links außen die Fahne hochhält und angepisst ist wie eh und je. Nach den genialen Ausflügen in die Song-Archive von Woody Guthrie ist Billy Bragg nicht nur musikalisch nach England zurückgekehrt.

Nachdrücklich und entlarvend rüttelt er am Staatssystem, klagt an, versucht, Lösungen zu finden und ist nach wie vor einer der wenigen, bei dem man den Begriff Agit-Pop noch anwenden kann. Gemeinsam mit seiner Band The Blokes sorgt er dafür, dass seine Botschaften auch gut ankommen. "England, Half English" ist abwechslungsreich bis zum Geht-nicht-mehr und kommt so versiert aus den Boxen, dass es eine Freude ist.

Der Opener "St. Monday" ist feinster Beat-Pop, bei "Jane Allen" klingen Reggae- und Ska-Anleihen durch, während "Take Down The Union Jack" die alten Fans mit abgespeckten Gitarren-Schrammel bedient. Hier ist wieder alles da, was die meisten Alben von Billy Bragg so unverzichtbar macht: Die Hassliebe zu England, gepaart mit einer musikalischen Identität, die seine Heimat nicht verleugnen kann.

(dmm)


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