CD-Kritik Zur Startseite

Buffalo Tom

Sleepy Eyed

(Beggar's Banquet) [9-95]

Bei Buffalo Tom verhält es sich fast wie bei den Ramones oder AC/DC. Man weiß schon vor dem Kauf was einen erwartet: Hochmelodischer U.S. Gitarrenrock der Marke Moving Targets. Die Unterschiedlichkeit der einzelnen Veröffentlichungen offenbart sich nur durch die Güteklasse der Songs. War man mit "Let Me Come Over" auf dem Höhepunkt der songschreiberischen Kreativität angelangt, ging es mit dem Nachfolger "Big Red Letter Day" bergab.

Mit "Sleepy Eyed" werden wieder die alten Tugenden zelebriert und im Vergleich zum Vorgänger treten Bufalo Tom öfter aufs Gaspedal. Genau darin liegt der Schwachpunkt von "Big Red Letter Day": Dieser Kontrast zwischen Abgehnummern und herzerweichenden Balladen, die bei Buffalo Tom beinahe schon hymnisch klingen, hat gefehlt. Zu selbstgefällig plätscherte die Musik vor sich hin. "Sleepy Eyed" weiß vor allem durch seine geringere Stromlinienförmigkeit und seine positive Grundstimmung zu gefallen. Gerade bei den flotteren Songs vermitteln die Melodien sowas wie Aufbruchsstimmung, nur nimmt dieses Gefühl nach der Hälfte der Spielzeit ab.

Das Konzept BTs ist auf ein gängiges Schema limitiert und wenn man fünf LPs nach einem Strickmuster aufgenommen hat, dann gehen irgandwann die Ideen aus und es kommt vor, daß ein Thema leicht verändert zum zweiten Mal auftaucht. Dennoch hat "Sleepy Eyed" einen hohen Unterhaltungswert und ragt aus den Veröffentlichungen sonstiger Gitarrenbands meilenweit heraus.
(fred)

Buffalo Tom Cover


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