CD-Kritik Zur Startseite

Troy Young Campbell

Man vs. Beast

(Blue Rose/Rough Trade)

 

Ich sag´s zum tausendsten Mal: Blue Rose ist immer eine klasse Adresse für klasse Musik, in der Regel akustischer Roots Rock vom Feinsten! Da paßt Troy Young Cambell hervorragend rein: ein texanisches Pfannkuchengesicht mit leiser Stimme und hauptberuflich Gitarrist und Sänger der "Loose Diamonds". "Man vs. Beast" ist sein erstes Solo-Album und durchweg in moderatem Tempo gehalten, aber nicht aufdringlich balladig, sondern im unschmalzigen Gänsehaut-Sound aus Folk, Blues, Rock, Country und hoher Songwriter-Kunst. Gern auch mal mit Hammond, Piano und Cello, aber niemals überladen.

Die ganze Scheibe ist eine spannende und verdammt intensive Sache, aber richtig atemberaubend wird´s, wenn Campbell die große Hall-Maschinerie anwirft, Pedal-Steel-Guitar auspackt und die Lagerfeuer-Romantik mit bedrohlich keuchender Stimme zum Schauerstündchen mutieren läßt ("A little more everyday"). Schließlich trägt sein Werk ja auch den abgründigen Titel "Man vs. Beast": Mensch gegen Bestie!

Diese Geisterstadt-Atmo ist Cambells Spezialität und steht in knisternder Spannung zu seinen unprätentiösen Songs, die in der Regel einen ausgeprägten Ohrwurm-Hang haben.

Also: echte Songs, packende Stimmung, leichtes Gruseln, glasklar produziert. Ergebnis: große Musik! Was will man mehr?

(Katja Preissner)

Cover Troy Young Campbell

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