CD-Kritik Zur Startseite

Jim Capaldi 

Living On The Outside

(Steamhammer / SPV)

Als ich die Neue von Jim Capaldi das erste Mal in den Player gelegt habe, lief vorher noch im Radio "Run To You" von Bryan Adams. Wenn das Album dann direkt mit dem Titelsong eröffnet muss man schon sehr genau hinhören, um zu merken, dass man jetzt nicht noch irgendein 80er-Jahre Rocklied im Radio mitkriegt. Immer noch Bryan Adams? Oder Bruce Springsteen zu "Glory Days" Zeiten? Für Jim Capaldi scheint die Zeit definitiv still gestanden zu haben. Ich frag' mich, was die doch ganz ansehnliche Gästeschar gedacht hat, als sie nach ihren Parts aus dem Studio gefallen sind. Gary Moore, Ian Paice, Paul Weller und Steve Winwood haben die 80er eigentlich ziemlich hinter sich gelassen und entweder sie haben einen Riesen Spaß gehabt, oder sie haben sich über ihren alten Kumpel Jim Capaldi mächtig kaputt gelacht. Bei "Anna Julia" marschiert der Traffic Musiker dann noch weiter zurück: Ab in die 60er, irgendwo zwischen Byrds und Beatles, natürlich mit George Harrison an der Gitarre. Dass die erste Single damit ziemlich an "Got My Mind Set On You" erinnert, scheint beabsichtigt. Trotz allem ist "Living On The Outside" ein ordentliches Album geworden. Und selbst eine Poserhymne wie "We're Not Alone" kommt aus der Lunge Jim Capaldis noch recht überzeugend. Sauber gemachtes Rockhandwerk von einem, der der Welt wirklich nichts mehr beweisen muss.

(dmm)

 

 

 


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