CD-Kritik Zur Startseite

Peter Case

Beeline

(Vanguard/Zyx)

Peter Case ist ein ganz Guter. Seit vielen Jahren beackert er den fruchtlosen Boden der Singer/Songwriter, ist besser als viele andere in diesem Genre und bleibt trotzdem von der breiten Masse unerhört. Wenn er aber in schöner Regelmäßigkeit seine Platten veröffentlicht, kommen Kritiker aus allen Ecken gekrochen, halten die CD triumphierend in die Höhe und weisen eindrücklich darauf hin, diesem Mann doch endlich ein Ohr zu schenken. Warum? Herrgott, weil er Songs schreiben kann wie kaum ein anderer, weil Text, Musik und Vortrag bei ihm Hand in Hand gehen und es ihm noch nie gelungen ist, eine Platte wirklich an die Wand zu setzen.

Das neue Werk "Beeline" wirkt intimer und verletzlicher als "Flying Saucer Blues", ist dafür aber auch weniger skurril. Dabei sind Songs wie der eingängige Opener "If You Got A Light To Shine" kompakt und geradeaus, während das wunderbare "I Hear Your Voice" in bester Manier vor sich hin schraddelt. Inspiriert vom Leben, werden Peter Case die Geschichten wohl nie ausgehen und ihr könnt sicher sein, dass ich (hoffentlich) in zwei Jahren hier wieder sein neues Werk in die Höhe halten werde.

(dmm)


Peter Case

Flying Saucer Blues

(Vanguard Records/Zyx)

Betrachtet man die Charts, stellt man in der Regel fest, dass Chartplatzierungen im umgekehrten Verhältnis zur Qualität stehen. Wen wundert es da, dass kaum jemand Peter Case kennt? 1989 überraschte er die Welt mit "The man with the Blue postmodern fragmented neo-traditionalist Guitar" (was für ein Zeilenschinder!). Inzwischen sind elf Jahre vergangen und er wird wahrscheinlich ein ewiges Talent bleiben. Was für eine Verschwendung! "Flying Saucer Blues" ist schlichtweg genial.

Peter Case´s Stimme hat immer noch diesen Unterton, der leise summt: "Seit ich die Hoffnung aufgegeben habe, könnte ich mich kaputtlachen." Seine Texte sind zynisch und schräg und sein Neo-Folk zündet immer noch - kleine Pop-Perlen (Blue Distance), Country-Stampfer (Coulda Shoulda Woulda) und todtraurige Balladen (Cold Trail Blues). Zusammen mit einer Schar erlesener Musiker sitzt hier jeder Ton. Emotion ohne Kitsch, Country ohne Cowboy-Appeal. In dem Song "Two Heroes" erzählt er in rund sechs Minuten die absolut strange Story von Albert + Francine, einem Überfall, zwei Mädels, Polizisten..... kurz gesagt: Wäre Quentin Tarantino Musiker - der Text wäre sein Debüt. Sensationell! Nicht, dass ich Peter Case plötzlichen Erfolg nicht gönnen würde, aber für die Charts ist er definitiv zu gut.

(dmm)

 

 


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