CD-Kritik Zur Startseite

Cathal Coughlan

The Sky's Awful Blue

(Beneath/Indigo)

Cathal Coughlan scheint in Sachen Erfolg nicht wirklich weiterzukommen. Dass man aber nach dem guten Vorgänger "Black River Falls" große Erwartungen in ihn setzt, scheint logisch. Beim Opener "And Springtime Followed Summer" sieht man diese Erwartungen auch erfüllt - der Song ist eine düstere Ballade im besten Phil Shöenfeldt Stil und geht in seiner Tristesse unter die Haut. Mit dem nachfolgenden "Denial Of The Right To Dream" beginnt schon unmerklich der Abstieg.

Danach schmeißt Cathal Coughlan den Trübsinn, nach dem seine Stimme so sehr schreit, über Bord und fabriziert eine Mischung aus Folk und Pop, die mir nicht so wirklich ins Ohr gehen will. "The Last Of Eternity" klingt gar, als hätte Nick Cave Songs für einen Doris Day Film eingesungen. Obwohl nicht alles so bitter daherkommt, versandet "The Sky's Awful Blue" Schritt für Schritt in Langeweile. Schade.

(dmm)


Cathal Coughlan

Black River Falls

(Cooking Vinyl)

Der Nordire Cathal Coughlan ist bereits seit Anfang der 80er Jahre beständiges Mitglied des großen Musikzirkus. Nicht, dass sich sein Lebenslauf lustig liest, aber er kommt mir vor wie der traurige Clown, der absolut nie das Richtige tut. Sein alter Weggefährte Sean O´Hagan -mit dem er den Kern von Microdisney formte- ist inzwischen bei den High Llamas, während er bei solch berühmten Formationen wie The Fatima Mansions sein Dasein fristete. "Black River Falls" könnte die Initialzündung für einen Neuanfang sein. Düster und introvertiert brummelt er seine desillusionierten Lieder. Wäre Nick Cave Ire und würde mit New Model Army seine Songs einspielen, könnte etwas Ähnliches dabei herauskommen.

Seine Musik scheint nur so viel Melodie wie nötig zuzulassen, um nicht komplett in der Monotonie zu versinken. Manchmal reicht das nicht aus und die Stücke werden von ihrer Gleichförmigkeit erdrückt (z.B. "Dark Parlour"). Bei den meisten Liedern geht jedoch sein Konzept auf: "The Ghost Of Limehouse Cut" oder das eingängige "Out Among The Ruins" sind fast schon hypnotische Folk-Songs, bleiben aber fernab des Mainstream. Ich erspar´ euch jetzt einen weiteren Zirkusvergleich, aber die Zeiten des traurigen Clowns sollten für Cathal Coughlan endgültig vorbei sein.

(dmm)


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