CD-Kritik Zur Startseite

Julian Dawson

Hillbilly Zen

(Blue Rose/Inakustik)

Der Sound von Julian Dawson müsste Globalisierungsgegner komplett auf die Palme bringen; der britische Singer/Songwriter hat sich auf seinen 14 Alben nie auf einen Stil festgelegt. Bisher hing er zwischen allen Kontinenten und klang weder typisch europäisch noch amerikanisch.

"Hillbilly Zen" tanzt jetzt erstmalig aus der Reihe. Gemeinsam mit Gene Parsons (Byrds) hat er ein ur-amerikanisches Album eingespielt, das ein paar Durchläufe braucht, bis es wirklich zündet. Nach überstandener Krebserkrankung wirkt "Hillbilly Zen" wie ein weises Alterswerk und ist das "besonderste" Album, das Julian Dawson bislang veröffentlicht hat. Gene Parsons und er spielen fast alle Instrumente und toben sich auf Banjo, Steel-Guitar, Harmonica aus und decken von Bluegrass über Blues bis zu Singer/Songwriter-Stuff eine ganze Palette von Stilen ab.

Auch wenn mir der Country-Einschlag bei ein oder zwei Titeln zu stark ist, passt Julian Dawson das amerikanische Mäntelchen perfekt und so "Dawson-typische" Songs wie "The Wall That Surrounds You" und "It's Not Really Raining" funktionieren in jedem Gewand. Wer die alten Sachen des glatzköpfigen Hünen mag, sollte "Hillbilly Zen" nicht gleich enttäuscht in die Ecke legen.

(dmm)

 

Julian Dawson

Under The Sun

(Blue Rose)

Wer die vergangenen Alben von Julian Dawson kennt, ist höchste Qualität gewöhnt und weiß, daß man seine Veröffentlichungen ungehört kaufen kann. Obwohl von Kritikern in höchsten Tönen gelobt, blieb ihm bislang der ganz große Erfolg verwehrt. "Under The Sun" ist sein erstes Album bei Blue Rose und vereinigt Julian Dawsons Stärken in zwölf Songs. Im Vordergrund steht seine unverwechselbare Stimme, die alle Nuancen zwischen Warmherzigkeit und tiefer Traurigkeit mit einem Ton ausdrücken kann. Bedingt durch diese Eigenschaft und seine Fähigkeit, Geschichten zu erzählen, gehe ich so weit, ihn auf eine Stufe mit Altmeister James Taylor zu stellen. Ähnlich wie diesem gelingt es Julian Dawson, komplexe Folk-Rocksongs zu schreiben, die man sofort mitsummen kann - ohne daß die Melodie irgendwann zu nerven beginnt. Und Melodie gibt es auf "Under The Sun" im Überfluß.

Wie auf dem Vorgänger "Move Over Darling" sind die Songs sehr akustisch arrangiert; nur bei "Gave Us Wings To Fly" und "All About The Ride" geht die Backing-Band etwas rauher zur Sache. Solltet Ihr Julian Dawson nicht kennen, schaut ihn Euch am Besten bei seiner Tour im November/Dezember an. Seine Konzerte finden im Regelfall in Café's oder Rock-Kneipen statt und der glatzköpfige Hüne schafft es von der ersten Minute an das Publikum mit seinen Geschichten und Liedern in den Bann zu ziehen.

(dmm)