CD-Kritik Zur Startseite

Dead Man Ray

Berchem Trap

(Virgin)

Die Arbeitsweise der in die Band Dead Man Ray involvierten Musiker ist ungewöhnlich, aber zeitgemäß. Sie jammen im Proberaum und schneiden jede Sekunde mit einem 2-Spur-Gerät mit. Am Computer werden die Elemente Gitarrenriffs (insgesamt drei Gitarren, jedoch kein Bass), Schlagzeugrhythmen und Loops zu Songs verwebt, die unzweifelhaft die Handschrift der belgischen Ausnahmemusiker tragen. Denn hier sind Daan Stuyven (ex-Volt, Daan - Gesang, Gitarre, Computer), Rudy Trouvé (ex-dEUS, Kiss My Jazz - Gitarre), Elko Blijweert (Gitarre), Wouter Van Belle (Keyboards), Herman Houbrechts (alter Schlagzeuger) und Karel Backer (neuer Schlagzeuger) zugange. Sie gehören mehr oder weniger dem dEUS-Umfeld an, damit zur Antwerpener Szene und das hört man natürlich dieser Platte an. Verspielt, experimentell, loungig, schräg, laut, leise, mit und ohne Gesang. Hier ist alles drin. Alle Grenzen sind verwischt.

"Berchem Trap" besteht aus zwei Teilen. Es setzt sich aus alten Songs zusammen, die bereits auf "Berchem" (1998) zu finden waren, und aus solchen, die Dead Man Ray exklusiv für Soundtracks geschrieben haben. Um das genauer auseinander zu halten: Tracks 1 bis 9 sind eine Auswahl aus "Berchem" und 10 bis 18 sind die neuen. Ob es Sinn macht, ein Album nochmals nach so kurzer Zeit in neuer Form und Verpackung zu veröffentlichen, bleibt fraglich. Zumindest spricht dafür, dass der Vertrieb, der damals das Debüt in Deutschland auf den Markt brachte, derzeit so zäh in die Pötte kommt, dass man Gott danken sollte, dass Dead Man Ray bei einem Major untergekommen sind. Besser teurer als nie sozusagen.

(kfb)

 

Cover Dead Man Ray