CD-Kritik Zur Startseite

DJ Koze

Music Is Okay

(Yo Mama/Zomba)

Stefan Kozalla ist Sänger, Gitarrist und natürlich DJ. Was in der heutigen Zeit kein Wunder ist. Bekannt wurde er als Mitglied der Hamburger Allroundtalente Fischmob, deren Zukunft seit der Trennung von Sven Francisco ungewiss ist. Koze, so nennt sich Stefan Kozalla, seit einigen Jahren, ist als DJ schon länger aktiv und hat letztes wie dieses Jahr auf der Popkomm live sein Können unter Beweis stellen dürfen. Was live zu funktionieren scheint, darf auch auf CD lieber aber auf Vinyl erst recht funktionieren. "Music Is Okay" macht binnen Sekunden aus jeder stinknormalen Wohnstube eine Discobude. Der Parkett oder das Laminat sind der silbern-schillernde Discoboden, die Deckenbeleuchtung die Discokugel, die MitbewohnerInnen die TanzpartnerInnen. Kurzum: Glücklichwerden und Wohlsein sind Trumpf beim Anhören dieses Schmuckstücks deutscher DJ-Kunst.

Da könnte das Motto "Eine Stunde neu gemischtes neu gemixt" kaum treffender sein. Alle packen ihre Luftschlangen aus und werfen sie in die Luft, während die Beats und Loops durch die Wohnung fliegen und die Körper zum Tanzen bringen. Genau in dem Moment ist Musik mehr als nur okay. Dann ist sie Glücksgefühl und Bestätigung dafür, dass sie selbst Triebfeder so manch eines Vergnügens ist. Die überarbeiteten Versionen u.a. von Blumfeld ("Tausend Tränen Tief"), Tobi & Das Bo ("Is Mir Egal"), Fünf Sterne Deluxe ("Happy Hip Hop"), Visit Venus ("The Big Tilt"), Fanta 4 ("Le Smou"), Goldene Zitronen ("Weil Wir Einverstanden Sind"), Rocko Schamoni ("Discoteer") und Tocotronic ("Jackpot") klingen nicht unbedingt wie recycelte, aus verschiedenen Kontexten gerissene Tracks. Jeder Remix trägt eindeutig Kozes Handschrift und fügt sich nahtlos in seine Karriere als Discjockey/Remixer ein. Das ist wohl ein Kompliment.

Better let Kosé in da house and enjoy the house/hiphop/disco mix.

(kfb)