CD-Kritik Zur Startseite

Bob Dylan 

The Bootleg Series Vol. 5:
Live 1975 - The Rolling Thunder Revue 

(Columbia/Sony Music)

Der nach wie vor untastbare Bob Dylan tourt wieder und wieder durch die Welt und wird dessen partout nicht müde. Augenzeugen berichteten, dass er auch im Jahr 2002 noch großartige und unvergessliche Konzerte gegeben hat. Das trifft auf frühere Jahre noch umso mehr zu, spricht aber auch dafür, dass Dylan im Laufe seiner Karriere ein gewisses (hohes) Maß an Qualität halten konnte. Um ihm dies zu bescheinigen, muss man kein Die Hard-Fan sein. Verwundert es einen noch, dass der deutsche "Rolling Stone" sein junges Album "Time Out Of Mind" zum besten Album aus den bisher hundert Ausgaben des deutschen Ablegers erkoren hat? Nicht wirklich. Zumal dem "Rolling Stone" nach wie vor der Ruf anhaftet, ein Magazin für die ältere Garde unter den Popmusikliebhabern zu sein. Und eben diese spricht Dylan im großen Masse an.

Ausgabe fünf der "Bottleg Series" ist ein weiteres Indiz für Dylans unbestrittene Aura, seine Größe als Songschreiber und Musikidol und für sein beneidenswertes Händchen für wunderschöne Arrangements. Der im Gesicht weiß angepinselte Dylan wurde bei diesen Live-Darbietungen unterstützt von Joan Baez, Roger McGuinn und Gitarrist Bob Neuwirth. Zusammen geben sie ihr Bestes und begeistern den Hörer mit 22 Songs aus dem schier unerschöpflichen Fundus von Dylan. Andernorts wurde kritisiert, dass diese Doppel-CD lediglich ein Zusammenschnitt der '75er Tourneekonzerte sei, anstatt ein einziges Konzert in seiner vollen Blüte wiederzuspiegeln. Doch darüber kann man getrost hinwegsehen. Das nimmt den Songs nichts an Glanz, Charisma und Bedeutung.

(kfb)



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