CD-Kritik Zur Startseite

Eläkeläiset

Humpan Kuninkaan Hovissa 1994-95

(Indigo)

 

Was ist das? Eine Kirmestruppe, deren Frontman mit Tischtennisbällen im Mund singt? Nein, das sind Eläkeläiset: eine finnische Polkatruppe! Den Finnen sagt man oft nach, sie wären im Winter komplett andere Menschen als im Sommer. So, als bestünden sie eigentlich aus zwei Völkern. Der fröhliche Teil verabschiedet sich nach dem Sommer, und heraus kommen die Winter-Finnen, ein düster-verschlossenes Grüppchen. Eläkeläiset sind ganz offensichtlich Sommer-Finnen.

"Humpan Kuninkaan Hovissa" ist das zweite Album der Gruppe, die seit Anfang der 90er ihren schrägen Schunkel-Sound unter die Leute bringt. Mit Old School-Keyboards, straightem Off-Beat und treibenden Gitarren-Riffs. Klingt irgendwie minimalistisch, trotz jeder Menge brillanter Harmonie- und Rhythmus-Wechsel. Erinnert zeitweise an die französische Multikulti-Combo Mano Negra. Leicht anarchistisch eben, nicht ganz so feucht-fröhlich wie die Leningrad Cowboys, aber sehr, sehr kurzweilig!

Für Hardcore-Eläkeläiset-Fans: "Humpan Kuninkaan Hovissa" war hierzulande bisher nur über Mailorder oder auf Konzerten der Band erhältlich. Die vorliegende Edition hat sich zu einer regelrechten Anthologie gemausert. Mit Bonus-Tracks aus der vergriffenen Humppalöyly-EP und vielen unveröffentlichten Live-Tracks aus Übungsräumen, Tourbussen und vom '96er Weihnachtstape "Joulumanteli". Der letzte Take ist knapp 20 Minuten lang und rauscht einmal quer durch die Rockhistorie seit den 60ern. Da die Texte strikt finnisch sind, macht das "Aber-das-ist-doch"-Spiel umso mehr Spaß.

(Katja Preissner)

 

 

Eläkeläiset

In Humppa we trust - live

(TUG/PM Records) [ 3/97]

Tja lieber Leser, bei dem Bandnamen ahnt man es schon. Wieder einmal hat sich eine CD aus dem hohen Norden Europas in meinen CD-Player verirrt. Finnischer Humor in Musikform. Bildlich gesprochen: Man nehme einen Haufen wenig oder merkwürdig (Bärte, Cowboyhüte, etc.) gekleidete Finnen, stelle sie auf eine Bühne und lausche ihrere Interpretation moderner Pop- und Rockmusik. Eigentlich spielen sie nur Polka und singen Humppa. Andererseits sind es Songs von Queen, Oasis, Billy Idol, The Cure, The Cranberries, Jim Morrison und anderen. Schon die Auswahl der Musik zeigt daß die Jungs vor wenig zurückschrecken.

Insgesamt sehr amüsant und sicher auf Partys zu gebrauchen auf denen früher die Leningrad Cowboys liefen. Sollten die Jungs auf einem Open Air in Eurer nähe spielen, auf jeden Fall ein Grund mehr hinzugehen. Gute Stimmung garantiert. Im Juni/Juli sind sie in Deutschland unterwegs.

(carrzy)

Humppa Cover