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Was schreibt man über eine Band, die noch nie ein schlechtes Album
herausgebracht hat? Kurz und knapp: "Tauscht bei einem Kaufladen
eurer Wahl die nötige Menge Euros gegen dieses Album ein".
Die Neo-Prog-Rocker Enchant musizieren seit ihrem Debüt "A
Blueprint Of The World" auf höchstem Niveau und alle Alben
zeichnen sich jeweils durch eine leichte Soundverschiebung aus. Die
druckvolle Transparenz von "Blink Of An Eye" wurde beibehalten,
diesmal aber mit einer leichten Retro-Schlagseite belegt.
Trotz aller
Eingängigkeit mit Songs wie "Progtology" zeigen Enchant,
dass sie das Frickeln nicht verlernt haben. Wer immer noch glaubt, dass
Progressive-Rock nur was für abgehalfterte Genesis-Fans ist sollte
zumindest dieser Band eine Chance geben (und Spock's Beard und Transatlantic
und Threshold.....) (dmm)
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Während ein Teil des Prog-Genres im selbst geschnürten Korsett
erstarrt, winden sich Enchant von Album zu Album mehr, um diese Umklammerung
zu lockern. Die Entwicklung von "Juggling 9 Or Dropping 10"
setzt sich hier weiter fort; der Sound ist deutlich entschlackt und an
vielen Stellen um einiges härter als in der Vergangenheit. Auch wenn
das neue Material mehr in Richtung klassische Rockband tendiert, reihen
Enchant die Songperlen auf wie an einer Schnur. "Blink Of An Eye"
verändert sich wirklich mit jedem Li(e)dschlag -sanft dahingleitende
Melodien und vertrackte Rhythmen folgen den verschlungenen Wegen der Arrangements.
So sehr ich den dichten Sound der Band mochte, klingt es wie eine Frischzellenkur,
dass die Instrumente zu orten sind. Gitarrist Doug Ott war so deutlich
und so verzerrt noch nie auf einem Album zu hören. Das sechste Studioalbum
der Jungs aus San Francisco ist das offenste und songorientierteste Werk
im formidablen Schaffen der Band.
(dmm)
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Wer von den exquisiten Prog-Rockern die aktuellen Alben im Schrank stehen
hat, kann jetzt nochmal mit dem Debüt nachlegen. Das Label Insideout
hat "A Blueprint Of The World" remastered und mit einer Bonusversion
und Liner-Notes angereichert. Der Mehrnutzen zur Erstausgabe ist zwar
etwas gering, aber was die Band hier musikalische abreißt, zeigt
überdeutlich, dass sie schon vor acht Jahren auf höchstem Level
musiziert hat. "A Blueprint Of The World" ist keine "Frühwerkfalle",
sondern gehört in jeden Prog-infizierten CD-Player.
(dmm)

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Vergleiche mit anderen Bands sind gefährlich - sie setzen immer
voraus, dass man sich unter den angeführten Paten etwas vorstellen
kann. Gut, Marillion kennt jeder, aber IQ? Warum steht dann in jeder zweiten
Progressive-Rock-Kritik was von IQ? OK, ich versuch' es ohne Querverweise.
Das Quartett Enchant legt mit "Juggling 9 Or Dropping 10" ihr
fünftes Album vor und gehört immer noch zu einem der bestgehüteten
Geheimnisse der Rockmusik. Das Vorgängeralbum "Break" (1998)
hätte die Band, dank der gebotenen Qualität, in aller Munde
bringen sollen, aber die Welt ist halt schlecht! Enchant sind ebenso komplex
wie kompakt und lassen in ihren üppigen Songs nie Langeweile aufkommen.
Sieben Minuten vergehen da wie im Flug.
Die Erdung eindeutig im Prog-Rock, verzichten sie auf endlose Frickelorgien
und setzen auf die Kraft der einzelnen Songs. Allein die fragile Stimme
von Ted Leonard setzt genug Highlights, um die emotionalen Epen zu tragen.
Ich weiß, die Begeisterung über handwerkliche Perfektion, die
songdienlich eingesetzt wird, ist ein alter Hut, aber Enchant machen genau
das. Sie lassen sich Zeit, ohne auszuufern und wirken in ihrer Melodiosität
nie verkrampft. In "Bite My Tongue" geben sie sich anspruchsvoller
Prog-Rock und Ohrwurm-Refrain freundlich lächelnd die Hand.
Insgesamt ist das neue Album akustischer geworden und dadurch noch abwechslungsreicher
als der geniale Vorgänger "Break". So, jetzt langt's -
wer's immer noch nicht begriffen hat, soll weiter irgendwas hören.
Enchant sind einfach geil und definitiv Pflicht - auch wenn man IQ nicht
kennt.
(dmm)
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