CD-Kritik Zur Startseite

Fireside

Get Shot

(V2/Zomba)

Fast könnte man meinen, Fireside tragen jetzt auch das "The" im Namen. Mit der zappeligen Ungeduld von The Strokes oder The White Stripes präsentieren sie mit "Get Shot" eine volle Rock'n'Roll-Klatsche. Kristofer Åström hat sich scheinbar genug im Solo-Wohlklang ausgetobt, mit seiner Band Fireside wird jetzt wieder der Putz von der Wand musiziert. In erstklassigem Vintage-Sound lärmt sich die Band durch zehn Titel. "Get Shot" ist ein tightes Rockalbum, das mit dem Krümmen des kleinen Fingers eine Menge verändert. Klang verändernde Feinheiten gibt es in Hülle und Fülle, man muss halt zuhören und nicht Luftgitarre spielend durch die Küche rutschen. Sehr kühl – nee, eher heiß.

(dmm)


Fireside

Elite

(Stickman/Indigo)

In den vergangenen Monaten war es still um die einstigen Emorock-Vorreiter aus Schweden. Vor drei Jahren erschien ihr letztes reguläres Album, das von der Presse gefeierte "Uomini d'onore". Dem folgte ein Jahr später die Raritäten/Best Of-Sammlung "Hello Kids". Seitdem herrschte Funkstille. Bis jetzt, denn aus dem Nichts heraus kommt "Elite", die experimentellste Fireside-Platte, in die Läden. Die an sie gestellten Erwartungen haben sie nicht enttäuscht und sich einmal mehr weiterentwickelt.

Diese Band fortan noch im Emorock-Kontext zu erwähnen, wird der Stilvielfalt und dem Ideenreichtum auf "Elite" keinesfalls gerecht. Der Anteil lauter, verzerrter Gitarren hat sich so stark reduziert, dass man sie kaum noch wahrnimmt. Statt dessen haben sich Fireside mit Postrock, Shellac, Spacemen 3 und elektronischen Klangformen auseinandergesetzt. Das spiegelt sich in solch kongenial-abgedrehten Songs wie "Hals Und Beinbruch" oder dem epischen Titelstück wider.

(kfb)

 

Cover Fireside