CD-Kritik Zur Startseite

The Flower Kings

Unfold The Future

Insideout/SPV

Bei den Großen der Prog-Rock-Szene scheint es dieses Jahr fast Pflicht zu sein, dass sie mit einem Doppel-Live-Album an den Start kommen. Nach Dream Theater und Spock's Beard ziehen jetzt The Flower Kings nach. Mich hat wirklich überrascht, dass "Unfold The Future" vergleichsweise wenig verkopft daherkommt. Sind doch die Schweden um einiges kopflastiger, als die bereits erwähnten Kollegen. Gefrickel und Jazzanleihen sind selbstverständlich, aber The Flower Kings bleiben dieses Mal um einiges nachvollziehbarer und melodischer als auf ihrem letzten Output "The Rainmaker".

Auch der Gesamtsound ist weicher und lässt die Instrumentalkapriolen des Quintetts gefälliger wirken. Stellenweise trifft das Label "Prog-Rock" gar nicht mehr den Kern der Sache. Die insgesamt 18 Songs sind ganz klassischer Art-Rock der 70er Jahre, aber The Flower Kings sind einfach so gut, dass dieser alte Dinosaurier auch im Jahr 2002 noch recht frisch aussieht.

(dmm)


The Flower Kings 

The Rainmaker

(Insideout/SPV )

Waren mir Yes auf ihrem aktuellen Album "Magnification" zu flügellahm, spannt jetzt der Adler seine Schwingen. Die Frickel-Schweden um Roine Stolt breiten wieder das ganze Spektrum der U-Musik vor dem Hörer aus und machen es ihm schwer zu entscheiden, welches denn nun tatsächlich das beste Album von The Flower Kings ist. Die erlesenen Zutaten sind immer ähnlich: Mörderlange Epen wie das 11-minütige "Last Minute On Earth" oder präzises Songwriting wie das charmante "World Without A Heart", das seine Qualitäten schon in gut vier Minuten offenbart.

Zugegeben, man muss eine Menge Geduld mitbringen, um "The Rainmaker" zu hören, aber wer sich die Zeit nimmt, sich auf den Ideenreichtum und die gekonnte Umsetzung der Schweden einzulassen, hat hier in 77 Minuten eine ganze Menge zu entdecken.

(dmm)

The Flower Kings

Space Revolver

(insideout)

Batsch - Kinnlade unten! Wenn im Moment zwei Namen in Sachen Prog-Rock relevant sind, dann mit Sicherheit Spock's Beard und die fünf Schweden von The Flower Kings. "Space Revolver" ist wunderbar ausufernd, bedient sich bei Art-Rock wie Hard-Rock gleichermaßen und bleibt immer hörbar. Lediglich "Monster Within" ist mit den verzerrten Vocals etwas wirr geraten. Mit dem brillanten Opener "I Am The Sun (Part I)" und dessen zweitem Teil am Ende des Albums zelebriert die Band in rund 25 Minuten einen Prog-Überhammer. Nebenbei wird noch ein lupenreiner Folk-Song von nur 2:47 Minuten zum besten gegeben ("You Don't Know What You've Got") um mit "A King's Prayer" noch ein bisschen dem sphärischen Art-Rock der 70er zu huldigen. Auch die restlichen Songs leben von einem schier unerschöpflichen Ideenreichtum. Bedenkt man, dass sich alle Rock-Bands auf sieben Töne beschränken müssen, haben The Flower Kings aus dieser "Limitierung" extrem viel gemacht.

(dmm)