CD-Kritik Zur Startseite

Funki Porcini

Zombie

(Crippled Dick Hot Wax)

Die Genrebezeichnung "Freestyle" ist eine hübsche Umgehung ungeliebter Schubladen und soll vermutlich auch Attribute wie "kreativ" oder "originell" mitschmuggeln. Funki Porcini ist für seine Fans ohnehin all das zusammen, und zwar auf dem Elektronik-Sektor. Für "Zombie" hat er sich mal wieder einen Soundtrack vorgenommen beziehungsweise es sollte so ´was wie ein Soundtrack dabei rumkommen, auch wenn die Inspirationsbasis eine sehr freie (sic!) und eigenständige ist. Was nun konret einen "Soundtrack-Sound" ausmacht, sollte vielleicht auch mal generell geklärt werden. Ich vermute, es geht weg von den üblichen Songstrukturen, eher hin zu einer Aneinanderreihung von Stimmungen und Sequenzen, ziemlich flächig das Ganze, im Zweifelsfall wohl auch eher illustrativ als narrativ (also mehr Beigabe als Erzählung) und sicherlich verdammt experimentell. Right? Ach ja, und instrumental sollte das meiste wohl sein.

Funki Porcini kommt dem sehr nahe. Grob gesprochen ist sein "Zombie" eine Mischung aus Trip Hop und Jazz, klingt reichlich sophisticated. Hier ein paar Bläser-Fanfaren, da ein bißchen Trompeten-Improvisation, das alles über einem Down-Tempo-Syntie-Puls wabernd, schleichend und schiebend. Aber zum Chillen transportiert sein Sound noch viel zu viel Energie, wahrscheinlich auch zu viel Sex.

Richtig neu sind nur die ersten beiden Takes, und um den Sound und den Track zusammenzubringen: Ausgangspunkt war der 70-er Jahre Grusel-Klassiker "Zombie Flesheater". "From Jungle-Fever to Blood Mania"... Anfang ´99 sandten ihm Sideborn Recordings ein Video des Films, auf dass er sich doch mal dran austobe. Das Ergebnis dürfte sehr viel schicker sein als der Streifen selbst.

"Untot" im wahrsten Sinne des Wortes sind eigentlich die drei restlichen Tracks, denn sie stammen vom vergriffenen ´97-er-Werk "Funki Porcini vs. Jerry van Rooyen". Eine gute Idee also, unter Mithilfe des Labels "Crippled Dick Hot Wax", bei der Funki mittlerweile unter Vertrag ist. Nicht zu seinem Schlechtesten.

(Katja Preissner)