CD-Kritik Zur Startseite

Glassjaw 

Worship & Tribute 

(Wea)

Ross Robinson schlägt mal wieder zu. Natürlich als Produzent harter Töne. Dieses Mal auf dem Regie-Stuhl während der Studiosessions von Glassjaw. Das Quintett aus Long Island ist weit davon entfernt, in das typische Robinson-Soundschema zu passen. Die Band kommt aus dem Hardcore-Sektor und keineswegs aus dem Nu Metal-Bereich. Eher noch haben die Jungs ein paar Emo-Brocken geschluckt, so dass zwischen all der urgewaltigen Mosh-Musik ein Raum für ruhige Töne geblieben ist.

Glassjaw können froh sein, mit Daryl Palimbo einen Sänger in ihren Reihen zu haben, der seine Stimme jedem Rhythmus- und Gefühlswechsel anzupassen in der Lage ist. Entweder er schreit sich den Frust von der Seele oder er singt ganz der melancholischen Melodie gehorchend. Wenn er allerdings lostobt, drehen auch seine Mitstreiter die Verstärker bis zum Anschlag auf und legen ihre Hardcore-Wurzeln frei. So wie im Falle von "Tip Your Bartender" und der aktuellen Single "Cosmopolitan Bloodloss".

( kfb)

 


Glassjaw

Everything You Ever Wanted To Know About Silence

(Roadrunner Records)

In den Special Thanks von Sänger Daryl Palumbo steht der symptomatische Satz "Fuck everyone who looked for the hook". Da gibt es bei Glassjaw nicht viel zu gucken. Das Album erinnert an eine Kneipenschlägerei, bei der es dazu gehört, sich unvermittelt in den Arm zu nehmen, die Jacke abzuklopfen, um dann ebenso überraschend dem Anderen wieder eins auf die Zwölf zu geben. Fernab jeden Wohlklangs prügelt das Quintett seine Song heraus, um dann sehr überraschend und flüssig in melodische Parts zu wechseln. Die sind aber im Regelfall sehr kurz.

Der Sänger von Glassjaw hat eine Darmkrankheit namens "Morbus Crone", aber das ist auch keine Entschuldigung für Alles. Mike Mc Cready von Pearl Jam hat das auch, aber macht der so'n Krach? Also! "Everything You Ever..." hat gute Songs, ist aber über die volle Lauflänge fast nicht zu ertragen. Die wilde Mischung aus Metal, Hardcore, Crossover und auch sonst Allem, was laut ist, strapaziert die Ohren einfach zu sehr. Aber gerade in Verbindung mit den sehr persönlichen Texten, die zwischen Hass und Verletzlichkeit pendeln, ist Glassjaw eine interessante, wenn auch sehr anstrengende Band.

(dmm)