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Gorillaz 

Gorillaz

Der Longplay bringt es an den Tag: die Gorillaz sind eine Singles-Bands. Die Versprechungen des grandiosen "Clint Eastwood" kann das Album nicht nur nicht einlösen - es hinterlässt noch dazu viel Enttäuschung ob der Unausgegorenheit und Einfallslosigkeit, die es "versprüht". Und der Hype um die "virtuelle Band" tut sein Übriges, um die Neugier auf das ungewöhnliche Projekt auf lange Zeit zu stillen. Großmäuliger als Albarn und Co. sind vielleicht nur noch die Gallagher-Brüder. Vielleicht.

Nein, mit Ruhm bekleckert haben sich die Gorillaz auf ihrem Album nicht. Zwei Drittel der Takes hätten das Studio besser nie verlassen, der Rest erschöpft sich im Immergleichen: schleppende Beats, simple Dub-Loops und düstere Atmosphäre. Wie in "Clint Eastwood" eben... Eine EP, auf der die wenigen Perlen vereint wären, hätte zwar das Provisorium "Gorillaz" stärker betont, aber die Kritiker jubeln lassen. Das Quartett zog es vor, von den Rezensenten zum Frühstück verspeist zu werden.

Denn was immer die Gorillaz anfassen, hatte vor ihnen schon jemand anderer in der Hand. Die dunkle Seite des Reggae erforschten die Specials schon vor zwanzig Jahren. Die Idee, alte Recken aus Kuba ins Boot zu holen, hatte schon,ähem, Ry Cooder. Der Rest ist trashiger Britpop, wie bei... - nur mit härteren Gitarren.