CD-Kritik Zur Startseite

Gus Gus

Attention

(Underwater/Zomba)

Laszive Gesänge zu technoidem Sound, das ist die neue definierte Devise von Gus Gus anno 2002. Und das funktioniert dank Neuzugang Urdur Hakonardottir sehr gut. Die auch unter dem Spitznamen Earth bekannte Sängerin legt ihre sanfte und erotische Stimme über die verspielten Klangebenen, die President Bongo alias Stef Stefansson, Biggi Viera (Birgir Thorarinsson) und Buckmaster (Herb Legowitz) ausgetüftelt haben. Earth bringt Ruhe und Erotik in die Tracks ein, die sich aus den elektronischen Subgenres Techno, Ambient und House nähren. Diese Weiterentwicklung hätte man von der Band nicht unbedingt erwartet.

(kfb)


GusGus

This Is Normal

(4AD/Rough Trade)

Darauf habe ich nicht erst seit dem umwerfenden 4AD-Event auf der Popkomm gewartet, sicherlich eines DER Konzerte, das ich im Leben nie und nimmer missen möchte. Was dieses audiovisuelle Klangkollektiv an Performance darbietet, ist wohl mit einem normalen Bandformat nicht zu vergleichen. Der Sänger, von grünem Licht diabolisch angestrahlt, wirkte mit einer ungewöhnlichen, dafür umso markanteren Stimme wie aus einer anderen Dimension. Die tanzende Sängerin, oder besser gesagt, singende Tänzerin nahm mit ihrer björkhaften Manier nicht nur die Männerwelt in ihren Bann.

Das isländische Popikonen-Vorbild B. Gudmundsdottier liegt nicht weit von GusGus entfernt. Beide kommen aus Reykjavik und beide starteten mit einer avantgardistischen Version von Popmusik- Björk und die Sugarcubes nahe am Indie-Kontext angesiedelt, GusGus, zehn Jahre später, in der technoiden, triphoppigen Version von zeitgenössischer Musik.

Schon das Erstlingswerk "Polyesterday" gab einen eigenen unverkennbaren Stilmix vor, der mit "This Is Normal" perfektioniert wurde: Humanoid wirkende Drumsamples, viel Fläche, analoge Wärme, Bleeps, altmodische und kitschige Streicherarrangements ("Bambie") und auch mal housige Anleihen wie bei "Very Important People" sind die Eckpfeiler des GusGus-Sounds. Das Ganze ist so clever arrangiert, daß all diese Element zur gleichen Zeit auftauchen können, ohne daß ein Stück überladen wirkt. Die Singleauskopplung "Ladyshave" ist wohl das charttauglichste Stück, welches man werbewirksam an den Anfang der CD setzte. Mit einem Monsterhook als Chorus, einer Schweine-Sixties Orgel und dem Midtempo-Dancerhythmus -ähnlich zu "The Only One I Know" (The Charlatans)- wird dies wohl ein absolutes Muß für jede Studiefete. Mir persönlich gefallen die seltsameren, technoideren Songs gegen Ende der Reise besser. Anspieltip und absoluter Favourit meinerseits ist das mysteriöse "Acid Milk". Keine Wahl, jetzt schon eine der Platten des Jahres!

(fred)


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