CD-Kritik Zur Startseite

Chris Jagger's Atcha

Channel Fever

(Hypertension/edel contraire)

Die Sticks und Stöpsel sind wieder drin: Nach dem "low budget"-Album mit dem Atcha Acoustic-Trio konnte Chris sich mal wieder 'ne Produktion mit einer richtigen Band inklusive Schlagzeug (Malcolm Mortimer), Bass (Paul Emile) und E-Gitarre (Ed Deane) leisten. Fiddle und Akkordeon bedient weiter wie gewohnt Charlie Hart.

Der stilistische Breitwand-Mix ist im wesentlichen gleich geblieben: also von Blues bis Roots Rock, von Cajun bis Country - nur eben alles mit dem nötigen Druck und der elektrifizierenden Dynamik. Vor allem der alte Haudegen Ed Deane läßt seine Elektro-Klampfe losbrettern, dass es eine Freude ist. Das geht alles locker von den Händen wie z. B. in dem swingenden Boogie "Law Against It" oder der Country-Ballade "He's In A Meeting" mit Melvin Duffys feiner pedal steel. Richtig krachen lassen es Chris & Co. in dem pulsierenden Shuffle "Fire" (mit Gaspar Lawals talking drum). Bemerkenswert im übrigen, wie eingängig die meisten Songs geraten sind, ohne respektlos akzukupfern. Und dass Chris intelligente und ironische Texte schreiben kann, beweisen wiederum z. B. die verrückte C&W-Nummer "Rodeo" oder die bissige Abrechnung mit den Größenwahnsinnigen der Geschichte ("The Wellington Boot") - bei letzterem Folk-Stomper zupft nebenbei Danny Thompson den Bass.

Chris bleibt sich mit "Channel Fever" treu, versagt sich jedweder aktuellen Trends, macht einfach das, was er und seine Jungs (und Mädel Linda Hayes/voc) am besten können: zeitlose "laid back music" zum Zuhören und Mitwippen.

(rs)

Cover Chris Jagger