CD-Kritik Zur Startseite

 The Jon Spencer Blues Explosion

Acme Plus

(Mute/Intercord) [9-99]

Arme Jungs. Am 22. Juli dieses Jahres wurde der JSBX das gesamte Equipment gemopst. Kein Scheiß, zumindest beteuert das die Plattenfirma. Kein Werbegag und keine Finte, sondern bittere Realität. Equipmentklau ist in den Staaten derzeit voll in. Die Amis eben: die einen zu viele Burger, die anderen zuviel fat free. Das haben sie nun davon. Dem Rest der Welt immer einen Schritt voraus (in Richtung Abgrund). Doch zurück zum Thema:

JSBX wollen jetzt richtig viel Kohle machen, damit sie bald wieder auf der Bühne stehen können. Daher gibt es in Form von "Acme Plus" den Nachschlag zum letztjährigen "Acme"-Werk. Und wieder sage ich euch: Das ist nicht die Wiederverwertung abgehangener Ideen, hier regiert Genialität. Nach dem etwas enttäuschenden "Acme" haut Mr. Jon Spencer mal wieder richtig auf die Kacke und lässt die Kuh im hohen Bogen fliegen. Das wird auch den stärksten Ochsen umhauen. Neben neuen Versionen von "Acme"-Songs hat die JSBX auch bisher unveröffentlichte Songs am Start. Und jeder ist sein Geld wert. So wie früher hauen sie einen aus dem Sessel und ermuntern zu neuen Taten. Ran an die Bouletten, meine Damen und Herren. Jetzt wir wieder gerockt. Da hat der Arsch aber Kirmes. Die Blues Explosion ist zurück. Rollt den roten Teppich aus und kniet nieder!

(kfb )

 


The Jon Spencer Blues Explosion

Now I Got Worry

(Mute/Intercord) [10-96]

Diese Platte kickt Ass! Wer die letzte JSBE kennt und mag kann sich auf eine Intensitätssteigerung gefaßt machen. Die Gitarren stehen im Vergleich zum Vorgänger deutlich im Vordegrund und sägen um die Wette.

War die 94-er Platte 'Orange' ein Schritt in Richtung Pop und Hip-Hop-Einflüsse', so besinnen sich die Mannen um Bandleader Jon Spencer wieder verstärkt auf ihre Blues-Wurzeln. Natürlich nur was die Harmonien angeht, denn mit herkömmlichem Blues hatte diese Band noch nie etwas am Hut. Verstärkt werden schräge Akkorde über das traditionelle 12-Ton-Blues Schema gelegt und so entsteht ein Bastard aus Tradition und Schrammelnoise, der voll in den Neunzigern steht.

In Song Nr. 5 '2Kindsa Love' gibt Jon die Marschrichtung wörtlich zum Besten und wiederholt fast monoton die Zeile "Make it fucked up". So klingt dann die ganze CD. Wer einen Plattenspieler besitzt, sollte sich die Vinylfassung zulegen, denn dieser Sound klingt auf Schallplatte am authentischsten. Obwohl man zum Major Mute (Intercord) übergewechselt ist, klingt die Platte fast so schrottig wie ihre beiden Erstlingswerke. Von wegen Hi-Fi-Stereo-Bombast. Natürlich wurde "Now I Got Worry" bewußt trashig produziert, denn sonst wäre die Musik ein großes Stück uninteressanter.

Fazit: Keine Platte um den Blues zu bekommen, sondern um den Blues zu bekämpfen.

(fred)

 

Cover: Jon Spencer Blues Explosion

The Jon Spencer Blues Explosion

Remixes

(Matador) [9-95]

Oh my Gowd - Yeah - The Blues Is Number One. Smart, Cool, abgedreht, die beste Band der Welt zur Zeit. Alle diese Attribut treffen auf The Jon Spencer Blues Explosion zu, denn wer sich mit einer Großmäuligkeit à la Muhammed Ali ankündigt und dann noch solche Musik macht, der hat sich die Lizenz zum größten Smart-Ass redlich verdient.

Bei dieser Veröffentlichung handelt es sich nicht um den gewohnten, völlig überbelichteten Blues-Wahnsinn, sondern wie es der Titel schon andeutet, um Remixe von vier Stücken ihres letztjährigen Meisterwerks "Orange", wobei zwei davon in verschieden Versionen vetreten sind. Das Ganze tönt überwiegend Trip-Hop-mäßig oder spacig, auf jeden Fall immer abgedreht. An den Reglern saßen Beck, Mike D. (Beasty Boys), Genius (Wu-Tang Clan), Moby, Dub Narcotic und Unkle (Mo Wax Label). Hier wurde eine Band gewürdigt, die schon zu Pussy Galore- Zeiten eine Legende war. Ein unbedingter Kaufzwang, wie alles von den drei Helden.

(fred)

Cover Jon Spencer Blues Explosion