CD-Kritik Zur Startseite

Judas Priest

Live In London

(Steamhammer/SPV)

Seit Rob Halford nicht mehr dabei ist, müssen sich Judas Priest ständig anhören, dass nichts mehr so ist wie früher und Ripper Owens steht nach wie vor hart in der Kritik. Dass es dafür nicht wirklich einen Grund gibt, unterstreicht die Doppel-Live-CD "Live In London". Bestens aufgelegt präsentiert die Band insgesamt 25 Kracher und klingt dabei immer noch frischer als so mancher dauergewellte Italiener.

Auffallend ist der erstaunlich livehaftige Sound, der die Aufnahmen sehr unverfälscht und echt wirken lässt. Da ein Spannungsbogen fehlt, finde ich Judas Priest mehr als zwei Stunden zwar etwas ermüdend, aber in kleinen Happen genossen machen Kracher wie "Green Manalishi" immer noch mächtig Rabatz. Neben der guten Musik gibt es aber noch einen Sonderpreis für Ripper Owens für die dämlichsten Zwischenansagen seit Klaus Meine: "Do we have any lawbreakers out here?" Dreimal dürft ihr raten, welches Lied danach kommt...

(dmm)


Judas Priest 

Demolition

(Steamhammer/SPV)

Das zweite Studio-Album mit dem Sänger "Ripper" Owens ist deutlich besser als "Jugulator" vor vier Jahren. Der Unterschied liegt darin, dass Judas Priest jetzt akzeptiert haben, eine andere - neue - Band zu sein ohne Rob Halford. Wenn man zurück an die Alben "Turbo" (mein persönlicher Favorit) oder "Painkilller" denkt, ist es klar, dass Priest nie Angst vor neuen Sounds hatten. Diese Tradition setzt sich auf Demolition fort, der neue Sound ist nun die Stimme von Owens. Im Vergleich zu "Jugulator" spielt die Band jetzt Musik, die besser zu Owens passt, ohne sich darum zu kümmern, ob es wie "old Priest" klingt. Das Resultat ist ein weitaus düstereres Album als "Jugulator" und eines, das noch weiter entfernt ist von relativ melodischen Priest-Hits wie "Living After Midnight" oder "You've Got Another Thing Comin'" ist. Wer solches Material sucht, greift besser zum "Metal Meltdown" Live-Doppel-Album von 1998. Aber wer bereit ist, etwas anderes von Judas Priest zu hören, dem ist "Demolition " empfohlen. Die Höhepunkte sind für mich "Hell is Home" und "Close To You", beide mit Akustik-Gitarre, was das gothische Feeling verstärkt.

(ml)