CD-Kritik Zur Startseite

Ian Kearey 

Preaching To The Convertible 

(Dan Leno Records)

Er war Gründungsmitglied der BLUE AEROPLANES, zupfte dann den Bass bei der OYSTER BAND und arbeitete als Sessionmusiker - er beherrscht zahllose Saiteninstrumente (am besten die Gitarre) - u. a. für Peter Astor und Caroline Trettine. Inzwischen lebt Kearey etwas zurückgezogen im südenglischen Badeort Brighton und schiebt - was seine Karriere als Musiker betrifft - eine ruhige Kugel.

Mit (Folk) Rock hat der knapp 50jährige nicht mehr viel am Hut; mit seinem jüngsten Soloalbum geht er "back to the roots". Denn beeinflusst haben ihn Bluesheroen wie Reverend Gary Davis oder Gitarrenvirtuosen wie Leo Kottke, John Fahey oder die PENTANGLE-Gründer Bert Jansch und John Renbourn. Was ihn von anderen britischen Gitarristen unterscheidet, ist seine Liebe zur "Music Hall"-Tradition. Der Name seines Labels erweist einem der großen Repräsentanten dieser komödiantischen und skurrilen Musikgattung, eben Dan Leno, seine Reverenz. "Preaching To The Convertible" ist ein typisches "low budget"-Album. Was an Geld für eine aufwendigere Produktion fehlte, gleicht Kearey mit viel Liebe und Herzblut aus.

Die Tracks sind hälftig instrumental bzw. mit Keareys sonorer Stimme veredelt. Am liebsten spielt er wohl die 12saitige Akustikgitarre; Leo Kottke lässt grüßen! Als einziger Gastmusiker steuert Produzent Richard Bell als Keyboarder und Gitarrist einen bescheidenen support bei. Die Mehrzahl von Keareys Songs stammt aus eigener Feder, u. a. "New History Dance" (hatte mal Richard Thompson für 'ne B-Seite genutzt); "Red Apples" ist ein Traditional. Einige Coverversionen sind auch vorhanden, z. B. "Walk Into The Wind" (von Peter Astor - mit Gastsängerin Caroline Trettine) und das schwermütige "She's Leaving" (von Ronnie Lane).

Alles in allem ein ruhiges, in sich gekehrtes, sprödes und doch beseeltes Album - eine Wohltat für die Ohren in diesen Zeiten!

(rs)



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