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Life Of Agony

River Runs Again: Live 2003
- Do-CD und DVD -

(Steamhammer/SPV)

Keith Caputo hat sich erstmal ausgeweint, seit Anfang des Jahres wird wieder gerockt. Life Of Agony haben sich am 3.und 4. Januar 2003 im Irving Plaza in NYC auf die Bühne geschmissen und der Menge das gegeben, worauf diese Jahre gewartet hat. Die ersten Töne von "River Runs Red" und die Halle rastete kollektiv aus. Wenn man bei der zeitgleich erscheinenden DVD nicht ganz genau hinguckt, glaubt man, irgend jemand hätte Ozzy Osbourne in den Jungbrunnen geworfen, aber es ist dann doch "nur" ein langhaariger Keith Caputo, der ausgeruht über die Bühne fegt.

Die Live-CD hat einen rohen Sound und auch die DVD vermittelt in Kameraführung und Schnitt die Atmosphäre einer Club-Show. Dadurch wird das nostalgische Flair angenehm unterstrichen und Life Of Agony beweisen, dass sie nichts verlernt haben. Wenn sich der Verklärungsnebel dann ein bisschen lüftet, merkt man auch, dass einige Nummern wie z.B. "Seasons" 2003 etwas old-fashioned klingen.

"River Runs Again: Live 2003" ist was für Fans, und die können sich entscheiden, ob sie sich nur CD, nur DVD oder das limitierte Doppel-Package zulegen wollen. Meiner Meinung nach lohnt sich beides, aber Life Of Agony sollten zügig beweisen, dass sie auch noch zu einem guten Studioalbum fähig sind.

(dmm)

Life Of Agony

Unplugged At The Lowlands Festival '97

(The All Blacks/Roadrunner Records)

Nach einem Raritäten-Zusammenschnitt gibt's jetzt noch den "Unplugged-Nachschlag" von Life Of Agony. Nachdem die Band ja schon eine Weile das Zeitliche gesegnet hat, stammen die Ausnahmen aus der Zeit vor "Soul Searching Sun"; letztendlich sind nur sechs Akustik-Tracks auf dem Album, aber die haben es in sich. Die Arrangements sind wirklich unplugged und sehr intim gehalten. "Weeds", das in der Album-Version ziemlich losballert, ist hier eine entspannte Nummer mit Folk-Appeal. Aufgrund des brillanten Sounds und der Titelauswahl 100% gelungen.

Danach beginnt eine Achterbahnfahrt aus "schlecht", "unnütz" und "überraschend". Bei den folgenden acht Nummern sind die Stecker wieder drin und manchmal wünscht man sich, eben diese wieder ziehen zu können. Die Live-Aufnahme von "River Runs Red" ist so mies, dass Keith Caputo manchmal gar nicht zu hören ist. Der Remix von "Other Side Of The River" ist amtlich, aber bei den restlichen Stücken muss man schon eine gehörige Portion Sammler-Idealismus mitbringen, um hier abzufahren: Überwiegende psychopathische Soundgewitter ohne Nährwert lassen die Frage aufkommen: Was soll das? Vielleicht liegt die Antwort in den Lieblingswörtern der Zwischenansagen: Fuck You, Motherfucker.

(dmm)