CD-Kritik Zur Startseite

Malia 

Yellow Daffodils 

(Sony)

Wer noch auf der Suche nach einer entspannten Scheibe – nicht nur – für die Sommermonate ist, könnte mal in „Yellow Daffodils“ von Malia reinhören. Ein Beweis, dass die alten Jazz-Helden immer wieder für eine neue Geschichte gut sind. In diesem Fall waren es Sarah Vaughan und Billie Holiday, die ein aus dem ostafrikanischen Malawi kommendes Mädchen schwer beeindruckten, als es mit vierzehn Jahren nach London kam. So weiß es jedenfalls Malias Vertrieb zu berichten, der sie als „neue Diva zwischen Jazz, Soul und Bossa“ bezeichnet. Und in der Tat bietet diese CD eine – noch weit darüber hinaus gehende - große stilistische Bandbreite.

Eines vorweg: Die Interpretationen von Jazz-Standards wie „Solitude“ können nicht überzeugen. Das Erfolgsrezept ist hier ein Anderes: Pop-Songs mit Jazz-Einschlag, so könnte man es umschreiben, und wie man sie etwa von Diana Krall oder Norah Jones kennt. Das sind locker dahinfließende Titel, die vor allem wegen Malias markanter, manchmal leicht angerauten Stimme ins Herz gehen, und die dank Begleitmusikern wie dem Jazz-Trompeter Erik Truffaz auch instrumental überzeugen. Dabei merkt man die steuernde Hand eines die Marktgesetze kennenden Produzenten durchaus: hier ein bisschen Chanson-Einschlag oder Bacardi-Feeling, da afrikanische Einsprengsel, balladenhafte oder rockigere Klänge.

In den zahlreichen guten Momenten der CD gelingt der Mix, manchmal wirkt das Ergebnis aber auch ein wenig berechnend. Mehrheitlich ist das Ganze jedoch absolut hörenswert.

(dgl)



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