CD-Kritik Zur Startseite

Marillion

Anorak in The UK - Live

(EMI)

 

Hört man "The Thieving Magpie'", das Abschluss-Live-Album mit Fish als Sänger, direkt vor "Anorak In The UK - Live", liegen nicht nur Jahre, sondern auch Welten dazwischen. Spieltechnisch ist die Band um Gitarrist Steve Rothery immer noch allererste Sahne, aber mit dem Sound von 1988 haben sie 2002 nicht mehr viel gemein. Das Live-Album klingt frisch und ausgeruht und es ist nur lobenswert, dass die Band zwar einige Dauerbrenner wie "Waiting To Happen" und "Easter" mit ins Programm genommen hat, sich aber sonst auf das aktuelle Schaffen konzentriert. Dabei kommt "Separated Out" als Opener extrem mächtig daher und zeigt deutlich, dass diese Band, allen Unkenrufen zum Trotz, noch lange nicht am Ende ihres Weges angelangt ist.

(dmm)

 

Marillion 

Anoraknophobia

(Marillion / EMI )

Es gab vor Jahren eine Single von Gerd Knebel (damals Flatsch, heute Badesalz), die handelte auch von Anoraknophobia - da hieß es im Refrain: "Mama, ich bracúch' kein Anorak, ich will 'ne Bomberjack'" (oder so ähnlich). Das aktuelle Album von Marillion mit dem bemerkenswerten Titel ist das 12. der Band und der "neue " Sänger Steve Hogarth ist inzwischen auch schon 12 Jahre dabei. Ich selbst bin einer dieser Fish-Nachheuler, aber ganz nüchtern betrachtet kann Mr. Hogarth besser singen.

Für die acht Songs des neuen Albums müsste man eigentlich eine neue Schublade definieren: AOP - Adult Orientated Pop. Marillion hat 2001 absolut Nix mehr mit Prog- oder Art-Rock zu tun. Dafür futtern sie sich durch alle möglichen Stiltöpfe und sind dabei vorwiegend melodisch. "Map Of The World" würde auf einem Savage Garden-Album nur deswegen auffallen, weil von denen sonst nicht so starke Songs kommen. "Between You And Me" groovt wie die Sau, ohne sich modernen Sounds anzubiedern. Logisch, dass es auch spacig vertrackte Stücke mit Überlänge gibt ("When I Meet God ", "This Is The 21st Century"), aber "Anoraknophobia" geht alles in allem erstaunlich gut ins Ohr. Hier zeigt sich dann auch die Erfahrung der Band - man kann melodisch und modern klingen und trotzdem Abwechslung bieten. Also, nicht immer nur "Kayleigh" summen, auch mal die neuen Sachen anchecken.

(dmm)

 


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