CD-Kritik Zur Startseite

Marr 

Express And Take Shape 

(Grand Hotel van Cleef/Indigo)

Das geschmackssichere Label Grand Hotel van Cleef macht es richtig – mit Ausnahme der famosen Death Cab For Cutie nehmen sie nur Bands aus ihrem direkten Umfeld unter Vertrag. Aber obwohl Marr zur Hälfte aus Tomte-Mitgliedern besteht, sucht man musikalische Parallelen vergebens. Das Quartett hat sich mit seinem Debütalbum auf anspruchsvollen Indierock konzentriert und beackert damit ein Feld, das alles andere als brach liegt. Die hohe, manchmal etwas schneidende Stimme von Jan Elbeshausen hebt Marr allerdings von anderen Vertretern der Zunft ab.

Da die Welt von GHVC noch so überschaubar ist, fühlt man sich genötigt, Vergleiche zu ziehen und Marr fehlt dieser individuelle Anstrich, der Tomte oder Kettcar oder auch den sympathischen Chaoten Olli Schulz auszeichnet. Trotzdem stehen Marr eindeutig auf der Seite der Guten, schreiben ebensolche Songs, was sich mit dem Opener "Are You There?" und dem genialen "JD Mc Kaye" relativ schnell belegen lässt.

(dmm)


Marr 

Express And Take Shape 

(Grand Hotel van Cleef/Indigo)

 

Das Label hört in der Band die „Vehemenz von Sonic Youth, die Kraft und Vision von The Mars Volta und die süßen Melodie Elemente von Bands wie Travis“. Okay, man hört schon, dass Marr solche Musik mögen. Andere könnten mit gleicher Berechtigung aber auch behaupten, es handele sich einfach um „Coldplay“, angereichert mit Hardcore/Emocore-Elementen. Womit wir bei den Schubladen wären. Diagnose: Amerikanischer Emopop, bzw. Indieschrammelrockpop aus dem Bauch zum Mitfühlen.

Harmonieduschen mit zaghaft dosiertem Hintergrundkrach verschmelzen mit stark subjektiven, leicht kryptischen Texten über die Frustrationen des Lebens im Heute. Der Gesang fällt eher durch stimmlichen Klang als durch verständliche Artikulation auf und es wird englisch gesungen – das sei nämlich jetzt wieder total Anti-Mainstream, wo doch alle immer deutsch singen. Stimmt sogar ein wenig.

Der Sound des Albums ist ganz nett, Fans des Genres werden's mögen, allerdings tut sich kaum etwas ungewöhnliches, bis auf dass bei einem Track der Gesang fehlt. Tomte Fans sind für die obligatorische Info dankbar, dass Marr zur Hälfte aus Mitgliedern eben jener bestehen.

(sk)

 

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