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Massive Töne


Überfall


(Kopfnicker/eastwest) [4-99]

 

Nach 5 Sterne Deluxe, Fischmob, Fettes Brot, Absolute Beginner und noch vor Freundeskreis und den Fantastischen Vier kommt das neue Album der Stuttgarter Kolchose-Rapper Massive Töne auf den Markt. Mitten in einer Zeit, da der Nährboden für HipHop/Rap nicht in besserem Zustand sein könnte. Die deutsche Sprache hat sich endlich durchgesetzt und etabliert und wird nicht wie früher als verächtlich angesehen. In gleichem Maße haben die hiesigen Wortakrobaten einen Reifeprozeß durchlaufen, der sie nunmehr deutlich von dem unterscheidet, was noch vor ein paar Jahren an deutschem HipHop das Licht der Welt erblickte. Von Party-Texten und albernen tough-sein-Versuchen wurde Abstand genommen. Auch Massive Töne sind "older, wiser, and better".

Ihre ersten Schandtaten gefielen mir ganz und gar nicht, so daß ich ohne große Erwartung an "Überfall" heranging. Um so angenehmer überrascht war ich ob der gelungen Verwandlung in erwachsene Rapper, die mit Hirn und Talent arbeiten und sich nicht mit toughen Sprüchen schmücken, Goldkettchen zur Schau tragen, Rumposen und Leichenzählerei betreiben. Stuttgart contra Hamburg - wer wird das Rennen machen? Ich tendiere zwar weiterhin gen Norden, habe aber den Süden mit auf der Rechnung. "Überfall" ist nicht ganz so unterhaltsam und überwältigend wie es vergleichsweise "Fettes Brot läßt grüßen", "Sillium", "Power" oder "Bambule" sind. Andererseits möchte ich "Rapgame (U.N.)" (feat. Blahzay Blahzay), "Chartbreaker (Einmal Star und zurück)", "Bleib in Bewegung" (feat. Max) und "Hände hoch" so schnell nicht wieder missen.

(kfb)

Cover Massive Töne

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