CD-Kritik Zur Startseite

Meldrum 

Loaded Mental Cannon

(Record Heaven/Point)

Die Gitarristin und Namensgeberin der Combo Michelle Meldrum war früher bei dem Heavy-Damenvierer Phantom Blue, ist außerdem die Ehefrau von ex-Europe Gitarrist John Norum und stellt jetzt mit "Loaded Mental Cannon" das Debütalbum ihrer neuen Band vor. Zum reinen Mädels-Quartett hat's diesmal nicht gereicht, hinter den Drums sitzt ein Kerl. Obwohl sich die Combo unheimlich Mühe gibt, so bitchy wie möglich rüberzukommen, lenken weder Aussehen noch Oberweite komplett von der Musik ab. Am auffälligsten ist die Wandlungsfähigkeit von Sängerin Moa Holmsten, die in dem aggressiven Opener "The Story Of Junk" losröhrt bis zum Geht-nicht-mehr um später bei "Feeding The Hope" ihre weiche, melodische Seite zu zeigen.

Das Album tobt sich in zwölf Titeln durch alle Spielarten des Rock, kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass man mit konservativem Material auf sattsam bekannten Pfaden keine Fußspuren hinterlässt. Zu einem Song gehört mehr, als ein sich düster dahinschleppendes Riff. Positiv fallen auf: "Feeding The Hope" oder "Attakapa" mit Melodie und Gefühl, während bei dem abwechslungsreichen "Chaos", das Riff-Einerlei durch eine geschickt eingesetzte Sitar aufgerissen wird. Auch wenn der Funke bei dem Debüt nicht so richtig überspringen will, glaube ich, dass die Band mit etwas besseren Songs das Zeug hat, ein gutes Album abzuliefern. Somit ist es auch gar nicht chauvinistisch gemeint, wenn ich sage, die Mädels sollte man im Auge behalten.

(dmm)

 

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