CD-Kritik Zur Startseite

Midnight Choir 

Waiting For The Bricks To Fall 

(Glitterhouse)

Norwegen rockt! Nein, nicht Turbonegro und Konsorten, sondern inzwischen auch die Leisetreter. Nachdem Madrugada auf ihrem aktuellen Album schon ordentlich losscheppern, haben sich auch Midnight Choir einen großen Schritt von ihrem symphonischen Klang entfernt. Sollen doch die Isländer elegische Popsongs machen, Midnight Choir haben dieses Feld kampflos geräumt und sind auf ihrem fünften Album deutlich in die härtere Ecke gerückt. "Hart" nicht im Sinne von wilden Gitarren, sondern "hart" im Sinne von mystisch und düster.

Waren die Songs der beiden vergangenen Alben verträumte Kunstwerke für einen Spaziergang am Fluss, so fordern die zehn neuen Stücke den Hörer deutlich mehr heraus. Tiefe Abgründe tun sich auf und machen "Waiting For The Bricks To Fall" zu einem wahrlich düsteren Album. Paal Flaata wälzt sich in Schmerzen und ein Song wie "Last Chapter" wird dem Hörer mit einer Wucht vor den Latz geknallt, dass der nicht weiß, wie ihm geschieht. Nick Cave oder Joy Division waren bisher keine Vergleiche, die man sofort mit Midnight Choir assoziiert hat, aber auch diese Parallelen umschrieben ein großartiges Album nur unzureichend. Selbst der getragene Wohlklang von "A Long Time Ago" behält etwas Angst einflößendes. Oder - um es mit den Worten der Band zu sagen: "Some of the emotions displayed in the music may not be suitable for everyone."

(dmm)



Datenschutz
Zum Hinternet-Weblog Zum Kalender Galerie zum Archiv Impressum