CD-Kritik Zur Startseite

Millencolin

Home From Home

(Burning Heart/Epitaph)

Millencolin ist eine der Bands, bei denen Schreiberlinge immer erst die Vergangenheit abhandeln, dann auf die veränderte Geschwindigkeit hinweisen, um abschließend festzustellen, dass die Jungs immer erwachsener werden. Damit sollte nach "Home From Home" endlich Schluss sein - deswegen letztmalig: kein Ska mehr, weniger Gas, aber immer noch genug Dynamik und Frische, um ordentlich in den Pudding zu hauen.

Auf der ohnehin sehr schmalen Grenzlinie zwischen Punk und Emo-Core haben es sich Millencolin gemütlich gemacht und bedienen die Fraktion, die sowohl bei Bad Religion als auch Samiam feuchte Augen bekommt. Mehr noch als beim Vorgänger "Pennybridge Pioneers" setzt das schwedische Quartett auf Songwriting und Abwechslung.

Während vergleichbare Alben im "Ach, das war nur ein langes Lied"-Zustand vorbeirauschen, hinterlassen bei "Home From Home" alle Tracks ihre Duftmarke; eine schwächere Nummer, geschweige denn ein Aussetzer, ist nicht auszumachen.Wer Millencolin heute immer noch unter Melody-Core verbucht, hat definitiv einen - einen Aussetzer.

(dmm)

 

Millencolin

Pennybridge Pioneers

(Burning Heart Records)

Ich kann´s nicht mehr hören! Sobald eine Band die ausgetretenen Pfade verlässt, geht das Geschrei der Die-Hard-Fans los. Dass sie dabei klingen wie die eigenen Großeltern, ist noch niemandem aufgefallen. Jaja, früher war alles besser. Da waren Bands wie Millencolin oder No Fun At All noch richtig schnell oder haben sogar Ska-Songs gespielt... Aber das war halt früher; irgendwann gibt es wichtigere Dinge im Leben als Skateboard fahren.

Bei "Pennybridge Pioneers" von einem erwachsenen Album zu sprechen, scheint verfrüht, aber ein Reifeprozess ist unverkennbar: In dem Song "A-Ten" beschäftigen sie sich mit dem Tod und "The Ballad" ist dann auch tatsächlich eine Ballade. Ansonsten muss keiner Angst haben, dass die vier Schweden irgendetwas verlernt haben. Melodischer Pop-Core, der dank der Produktion von Brett Gurewitz amtlich aus den Boxen ballert, ist nach wie vor die Stärke von Millencolin. An Vollbrettern wie "No Cigar" oder "Devil Me" gibt es nix zu meckern; auch bei "Highway Donkey" hat man nicht das Gefühl, dass es hier an Geschwindigkeit mangelt. Bevor man sich irgendeine drittklassige, musikalische Kopie in den Plattenschrank stellt, sind die 30 Mark bei Millencolin besser aufgehoben.

(dmm)

 


Zum Hinternet-Weblog Zum Kalender Galerie zum Archiv Impressum